Bensheim

Kommunalpolitik Sozialdemokraten beziehen Stellung zu den Aussagen der Initiative „Rettet Bensheim“ und der viel diskutierten Idee

SPD wünscht sich eine gut durchmischte „Südstadt“

Bensheim.Die SPD Bensheim ist beim Thema Wohnbebauung nach eigenen Angaben „immer gesprächsbereit und an möglichen Lösungen interessiert“. Das teilt Fraktionsvorsitzende Eva Middleton in einer Stellungnahme mit.

Die Initiative „Rettet Bensheim“ habe allerdings im vergangenen Jahr in einer E-Mail unmissverständlich erklärt, nicht an einem Dialog interessiert zu sein. Vor Weihnachten habe „Rettet Bensheim“ die SPD um eine Stellungnahme bis Ende Januar gebeten. „Uns nun am 8. Januar in der Presse dafür anzugreifen, dass wir noch keine Stellungnahme geschickt haben, ist befremdlich“, so Middleton.

Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum sei und bleibe ein Kernthema für die kommunalpolitische Arbeit der Bensheimer SPD. In Bensheim wurden jahrelang neue Gewerbegebiete ausgewiesen, die Menschen, die dort arbeiten, müssten auch irgendwo leben.

Durch den Mangel an Wohnraum sind die Mieten in Bensheim stark gestiegen, und es sei mittlerweile sehr schwierig, noch eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Wohnungen, die entstehen (Euler, altes Edeka-Gelände) sind fast durchgehend im hochpreisigen Segment. Dort könne sich der Geschäftsführer eine Wohnung leisten, die Mitarbeiter aber nicht.

Auch die SPD möchte Innenentwicklung vor Außenentwicklung, allerdings brauche man, um kostengünstigen Wohnraum zu schaffen, einen gewissen Mengeneffekt, den man mit kleinen Flächen einfach nicht erreiche. „Wir stellen uns bei der ‚Südstadt’ ein Wohngebiet mit einer guten Durchmischung an bezahlbaren Wohnungen und frei verkäuflichen Wohnungen vor, kein Ghetto oder Ähnliches, wie manchmal von Gegnern behauptet wird“, erläuterte die Fraktionschefin.

Weiter führt sie aus: „Wir haben durchgehend gesagt, dass eine Nutzung dieser Flächen nur mit einer Abplanung der bestehenden Wohnbauflächen in Fehlheim einhergehen kann. Wir wollen keine zusätzliche Landschaft verbrauchen, sondern Wohnraum da schaffen, wo Bedarf besteht.“ Die Flächen, um die es hier gehe, könne man sehr gut an den ÖPNV anbinden, der Bahnhof und die Innenstadt seien fußläufig erreichbar. Natürlich brauche man für ein neues Wohngebiet eine neue Verkehrsplanung, auch das war Teil des SPD-Antrags von 2019.

Die betroffenen Flächen würden zurzeit größtenteils als Monokulturen bewirtschaftet. „Wir haben auch immer klargestellt, dass die Kleingärten auf keinen Fall tangiert sind – es geht lediglich um das Gelände zwischen Sirona-Unterführung und Kleingärten auf der Ostseite der Bahnlinie.“ Das Lüftungsargument betrachtet die SPD als hinfällig, da an der gegenüberliegenden Seite des Areals schon Bebauung ist. Die Frischluftschneise zwischen Heppenheim und Bensheim bleibe erhalten. Man wolle nicht um jeden Preis dort ein neues Wohngebiet, und die „Südstadt“ stelle im Wahlprogramm kein übergeordnetes Thema dar – die neue Aufmerksamkeit auf einen älteren Antrag scheine künstlich erzeugt zu sein. „Wir wollen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Bensheim allerdings aktiv angehen, dazu gehört auch, mögliche Flächen für Wohnbebauung in Betracht zu ziehen“, so Eva Middleton abschließend. red

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