Bensheim

Kiwanis Privates Hilfsprojekt für Gatlang unterstützt / Nach Erdbeben 2015 verwüstet

Spende für Dorf in Nepal

Bensheim.Gatlang ist ein kleines Dorf in Nepal. Es liegt knapp 150 Kilometer von der Hauptstadt Katmandu entfernt in den Bergen auf etwa 2320 Meter Höhe. Für die Strecke mit dem Pkw braucht man allerdings angesichts der Schotterwege, die nach jedem Monsun so gut wie unbefahrbar sind und durch tiefe Schlammlöcher führen, zwischen neun und zehn Stunden.

Peter und Hilde Schmitt aus Lorsch – das Ehepaar betreibt die Musikbox in Bensheim – waren 2013 zum ersten Mal auf Trekkingtour in Nepal. Ihr Führer brachte sie seinerzeit nach Gatlang. Seitdem haben sie viele Male den Ort besucht, der heute so ganz anders aussieht wie noch vor fünf Jahren. „Wir waren 2015 kurz vor dem Erdbeben in Gatlang und dann wieder ein Jahr nach der Katastrophe. Seitdem hat sich vieles dort verändert“, berichtete Schmitt vor Mitgliedern und Gästen des Kiwani-Clubs Bensheim von den Verwüstungen und dem Leid der Bewohner.

Im Jahr 2016 rief er zusammen mit seiner Ehefrau das private „Hilfsprojekt Bergdorf Gatlang“ ins Leben. Außerdem hat er zwei Patenschaften für Kinder übernommen. Beeindruckt vom Engagement des Paars und der bereits geleisteten Wiederaufbauarbeit erklärten sich die Kiwanis bereit, das Spendenprojekt zu unterstützten. Mitglied Dr. Alexander Magerl überreichte an den Initiator einen Scheck über knapp 1 500 Euro. Magerl hatte sich von seinen Gästen zum 50. Geburtstag Spenden anstelle von Geschenken gewünscht, die er im Anschluss den Kiwanis zur Verfügung stellte.

Zusätzlich zu der privaten Spende fließt ein Viertel der Einnahmen aus der Kiwanis-Veranstaltung mit Gefängnisarzt und Schauspieler Joe Bausch in das Nepal-Projekt der Familie Schmitt. „Wir waren begeistert von der Idee“, so Präsident Reinhard Meuser.

Peter Schmitt führte in einem kurzen Videofilm vor, wie es heute in dem rund 700 Einwohner zählenden Dorf nahe der tibetanischen Grenze aussieht und was bislang mit den Spenden aus dem Freundes- und Bekanntenkreis – die stolze Summe von 14 000 Euro – geschehen ist.

Durch das verheerende Erdbeben 2015 waren etwa die Hälfte der nach traditioneller Bauweise errichteten Häuser zerstört worden und viele Familien obdachlos geworden. Mit dem Geld von der Bergstraße wurde der Wiederaufbau in Angriff genommen. Unter anderem wurden die mit Plastikplanen gedeckten Dächer mit Holzlatten neu beschichtet und es wurden eine Behelfsschule und Krankenstation mit aufgebaut. Derzeit wird an dem Fundament für Klassenräume gearbeitet. „Aktuell sorgen wir mit unseren Spenden dafür, dass der Medikamentenschrank in der Krankenstation mit dem Nötigsten bestückt ist“, so Schmitt.

Fotos zeigten, wie das Ehepaar Schulhefte und Kleidung verteilt. Noch immer leben 100 Familien in Häusern, in denen eine Plastikplane das Dach ersetzt. Im Anschluss an seinen Vortrag stand Schmitt für Fragen zur Verfügung. Ein Vertrauensmann in Gatlang gewährleiste, dass die Spendengelder zu hundert Prozent ihr Ziel erreichen. Auch dass Patenschaften möglich sind, berichtete er und dass viele Bewohner weit weg von der Familie als Fremdarbeiter oder als Bauern ihren Lebensunterhalt verdienen. gs

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