Bensheim

Bürgermeisterwahlkampf FDP-Kandidat unternahm einen Rundgang durch die Innenstadt

Stehle an den Bensheimer Baustellen

Archivartikel

Bensheim.Freitagabend, 18 Uhr, der Wind wird zunehmend stärker. Es ist kalt und die Dämmerung setzt bereits ein. Bürgermeisterkandidat Stefan Stehle trifft sich mit einigen Mitgliedern des Ortsbeirats Bensheim-Mitte sowie einigen interessierten Gästen am Bahnhof, dem Eingang zur Stadt für Zugreisende. Von dort aus ist ein Rundgang durch Bensheims Zentrum geplant.

Ehe die eigentliche Innenstadttour beginnt, erörtert Ortsvorsteher Marco Weißmüller die immer wieder heiß diskutierte Sicherheitssituation auf dem Vorplatz des Bahnhofgebäudes am Amersham-Platz. Die Gruppe stellt geschlossen fest, dass die verschiedenen Unterstände und schlecht einsehbaren Winkel im direkten Umfeld sehr zum Verweilen einladen. Der Eindruck werde durch diverse Gruppen Obdachloser, Migranten und Jugendlicher, welche Schutz vor Witterungsbedingungen und störenden Blicken suchen, unterstrichen, schreibt Stehle in einer Pressemitteilung.

In diesem Kontext thematisiert Weißmüller der Gruppe bestehende Pläne des Ortsbeirats Bensheim-Mitte. Eine Wache soll in Zukunft vor Ort etabliert werden und so das dort aktuell mangelnde Sicherheitsgefühl wiederbeleben. Während sich die Gruppe allmählich durch die Unterführung zum Sparkassen-Areal begibt, schildert Weißmüller noch, wo künftig die neue öffentliche Toilettenanlage errichtet werden soll.

Zwischen Hotel Bacchus und dem verlassenen Hauptgebäude der Sparkasse Bensheim sammelt sich die Gruppe zum ersten Mal, um gemeinsam die Abläufe, die zur heutigen Situation der Sparkasse führten, zu rekonstruieren.

Gerüchte über eventuell bereits erfolgte Rückbauten, Unklarheiten über die bestehende Bausubstanz des Gebäudes, Möglichkeiten zum Bau eines neuen Gebäudes gegenüber der Sanierung des Bestehenden und die Fusionsgedanken mit der Sparkasse Starkenburg, die auch öffentlich schon thematisiert wurden, erhitzten offensichtlich die Gemüter der Teilnehmer. Man ist sich nur in einer Sache schnell einig – so wie es bisher lief, hätte es absolut nicht laufen dürfen.

Der nächste Zwischenstopp findet zwischen Dalberger Hof und dem im Umbau befindlichen Bürgerhaus statt. Ein Aufhellen der Stimmung ist in den Reihen der Zuhörer angesichts der Schilderungen des Ortsvorstehers bezüglich der Planungsphase zum Umbau des Bürgerhauses, dem aktuell noch unbekannten Nutzungskonzept und der unklaren Situation in Bezug auf die Entwicklung des gesamten Areals (von Neumarkt-Center bis Hoffart-Gelände) nicht zu erkennen. Der neue Pächter des Bürgerhauses, Benjamin Hucke, wird den Neubau „sicher mit einem guten Konzept nach vorne bringen“, zeigt sich Weißmüller abschließend jedoch zuversichtlich.

Mit Blick auf die vom Baugerüst verhüllte Stadtkirche Sankt Georg findet sich die Gruppe wenige Gehminuten später auf dem potenziellen Bauplatz für ein neues Haus am Markt ein. Vor Ort berichtet Marco Weißmüller über alte Planungsschritte aus der Zeit vor dem Abriss des alten mehrstöckigen Gebäudes und rekapituliert die Vorgänge der letzten Jahre hin zum Status quo.

Die Gruppe lauscht den Inhalten und diskutiert anschließend die verschiedenen Bebauungsoptionen. Es herrscht erneut Einigkeit – das ursprüngliche Bauvorhaben zu unterbinden sei richtig und wichtig gewesen. Vergangene Bauplanungsfehler und der vorliegende Schuttplatz werfen bei der Gruppe allerdings Fragen auf, heißt es weiter.

Stehle erörtert seine bevorzugte Variante des zukünftigen „Schorschblicks“: Eine eingeschossige Gastronomie mit Dachterrasse und entsprechender Begrünung des Areals soll es nach seinem Dafürhalten sein. „Vormittags einen Kaffee mit Blick auf das Treiben des Marktes, nachmittags einen Snack oder Sundowner in geselliger Runde und abends ein schönes Bierchen mit dem illuminierten Schorsch vor Augen, ohne dabei das Bensemer Nachtleben missen zu müssen – das ist mein persönlicher Wunsch-Schorschblick“, führt er dabei aus.

Nach einem letzten kurzen Halt an der Hospitalkirche Sankt Joseph und einigen Gesprächen bezüglich des Themas Wohnbebauung in Innenstadtnähe endet der Stadtteilrundgang in der Weinstube Jäger. Dort beantwortet Stehle in gemütlicher Atmosphäre bei einem Glas Wein noch einige Fragen zu seinem Wahlprogramm. red

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