Bensheim

Stadtgeschichte Neue Erinnerungsstätte am Kirchberg wird am 25. November eingeweiht

Stele für ermordete Soldaten

Bensheim.Der Kirchberg ist Bensheims Hausberg und das Kirchberghäuschen auf seinem "Gipfel" ein beliebtes Ausflugsziel für Bensheimer und die Gäste der Stadt.

Aber es gibt auch eine dunkle Seite, die im Nazi-Deutschland und den letzten Kriegstagen ihren Ursprung hat. So erinnert ein Gedenkstein am Kirchberg, über den Brunnenweg erreichbar, an die zwölf Menschen, die am 24. März 1945 von der Gestapo ermordet wurden.

Darüber haben Dr. Fritz Kilthau und Dr. Peter Krämer in ihrem Buch "Drei Tage fehlten zur Freiheit" berichtet und daran wird seit Jahren mit einem sogenannten Gedenkgang zum Ort des Geschehens im Umfeld dieses Datums erinnert.

Weniger bekannt ist ein weiteres Verbrechen, das bereits einen Tag zuvor ganz in der Nähe begangen wurde und über das im Frühjahr dieses Jahres in einer Broschüre des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge berichtet wird. Unter dem Titel "23. März 1945 - Altes Wasserwerk Bensheim - 3 junge Soldaten hingerichtet - vom Fliegenden Standgericht Helm verurteilt" wird ausführlich die Lebensgeschichte des 17-jährigen Hitlerjungen und SS-Anwärters Hans Richard Fuchs geschildert.

Wegen angeblicher Fahnenflucht war er zum Tode verurteilt und zusammen mit zwei weiteren jungen Soldaten am Wasserwerk erschossen worden.

In der Broschüre wurde angeregt, den drei ermordeten Soldaten eine Erinnerungsstätte zu errichten. Dieser Vorschlag wurde von Bürgermeister Rolf Richter und der Stadt Bensheim aufgenommen und umgesetzt. Nachdem unter Leitung von Fachbereichsleiter Thomas Herborn zusammen mit Franz Apfel von der Wählergemeinschaft Bürger für Bensheim, einem Design-Büro sowie Dr. Fritz Kilthau das Konzept für eine Gedenkstele entwickelt wurde, steht nun die Einweihung dieser Erinnerungsstätte bevor.

Dazu lädt die Stadt Bensheim für Samstag, 25. November, um 14 Uhr ein. Treffpunkt ist der Bismarckbrunnen im Bereich Ernst-Ludwig-Straße/Moltke-Straße/Bismarck-Straße. Hier wird nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rolf Richter Dr. Fritz Kilthau zunächst einige Informationen zum Fliegenden Standgericht Helm, zur Geschichte von Hans Richard Fuchs und zur Aburteilung der drei Soldaten geben.

Danach geht es zur Gedenkstele am nahe gelegenen Wasserwerk, wo über die Hinrichtung der drei Soldaten, die weiteren Verbrechen des Standgerichts und die Prozesse gegen Vertreter des Standgerichts nach 1945 berichtet wird.

Manfred Forell, Lehrer der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim und städtischer Integrationsbeauftragter, wird abschließend die Bedeutung der Erinnerung an diese Verbrechen für die heutige Zeit darstellen.

Die Veranstaltung wird musikalisch von der städtischen Musikschule Bensheim begleitet. Die Bevölkerung ist eingeladen, an der Einweihung der Gedenkstele teilzunehmen. psp

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