Bensheim

Sankt Georg Senioren besuchten Anlage am Neckar / Interessante Führung

Stift Neuburg – Filiale des Klosters Lorsch

Archivartikel

Bensheim.Nach Ausflügen in das Städtchen Ladenburg und in die Nibelungenstadt Worms anlässlich des 1000-jährigen Domjubiläums war jetzt die Benediktinerabtei Stift Neuburg das Ziel der Senioren der Gemeinde Sankt Georg, das sie zusammen mit vielen Gästen und Pfarrer Thomas Catta ansteuerten.

Bruder Bruno Volz empfing die Gäste von der Bergstraße an der Klosterpforte und führte sie in die Aula, wo die Senioren mittels eines kurzen Filmes in die wechselvolle Geschichte des Klosters eingeführt wurden. Es waren Benediktiner aus dem berühmten Kloster Lorsch, die im Jahre 1130 die hoch über dem Neckar thronende Abtei bei Heidelberg gründeten. Leider hatte die Gründung nur kurzen Bestand, und so wurde das Kloster in der Folge von verschiedenen anderen Männer- und Frauenorden genutzt.

Im 20. Jahrhundert kehrten die Benediktiner nach Neuburg zurück, und damit ist Neuburg bis heute die einzige noch bestehende Tochtergründung Lorschs.

Anschließend besichtigten die Senioren die Klosterkirche, die vor einigen Jahren stilvoll und sehr beeindruckend renoviert wurde. Bruder Bruno erläuterte die verschiedenen Teile des Kirchenraumes, in dem sich der Konvent fünf Mal am Tag zum gemeinsamen Gebet und Lob Gottes versammelt, erklärte die Baumaterialien und deutete ihre Symbolik.

Besonders faszinierend waren die großen bunten Glasfenster, deren Farben er ebenfalls bestimmten Themen zuordnete, wie Schöpfung, Christus, Paradies. Auch der Tagesablauf im Kloster, die Stabilitas loci (Ortsverbundenheit der Benediktiner) und die wohl bekannteste Regel der Benediktiner „Ora et labora“ (Bete und arbeite) wurde den Senioren vermittelt.

Die anschließende Andacht eröffneten die Gäste mit dem bekannten Lied von Paul Gerhardt: „Geh aus, mein Herz und suche Freud“. Pfarrer Catta begann seine Ausführungen mit der Vita des Heiligen Benedikt von Nursia, dem Gründer des Benediktinerordens, der zu Recht auch „Baumeister des christlichen Abendlandes“ und „Patron Europas“ genannt wird. Kaiser Karl der Große, der im 9. Jahrhundert den kulturellen Aufbau des Abendlandes organisierte, führte zusammen mit seinem Sohn Ludwig dem Frommen die benediktinische Form des Mönchtums verpflichtend für das ganze Reich ein. Die Benediktiner haben die Grundlagen des Mittelalters geschaffen. Rasch entwickelten sich die Benediktinerklöster zu Stätten von Wissenschaft, Kultur, Bildung, medizinischer Versorgung und Entwicklung der Landwirtschaft, des Obst- und Weinanbaues, der Buchbinderei und der Beobachtung der Himmelskörper.

Gesegnetes Land

Dort, wo die Benediktiner ihre Spuren hinterlassen haben, entwickelte sich eine „terra benedicta“, ein gesegnetes Land. Ausführlich zitierte Pfarrer Catta aus den Regeln des Heiligen: Die Ehrfurcht achtet das Geheimnis des anderen, glaubt an seine unantastbare Würde. Zur Ehrfurcht kommt das Horchen auf den anderen. Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den anderen gut ist. Jeder soll auf das Wort Gottes hören, Gott wahrhaft suchen, auf seiner Spur bleiben und dem Gotteslob nichts anderes vorziehen. Die Andacht endete mit dem Benedikt-Lied und dem Segen.

Nachdem die Senioren und Gäste für ihr geistliches Wohl gesorgt hatten, suchten sie den Klostergasthof mit angeschlossener Brauerei auf und stärkten sich mit einer herzhaften Vesper und köstlichem Bier nach dem Motto der Heiligen Teresa von Avila: „Tu deinem Körper Gutes an, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“

Auf der Heimfahrt dankte Helmut Turber Pfarrer Catta, dass er sich an diesem schönen Spätsommertag die Zeit genommem hatte, mit seinen Senioren unterwegs zu sein, und lud zur nächsten Veranstaltung am Dienstag, 10. September ein, wenn es dann bei bayerischen Schmankerln wieder heißt: „O‘ zapft is!“ red

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