Bensheim

Silvester Stadt erinnert an Böllerverbot / Ausgangssperre

Stille Nacht in der Innenstadt

Archivartikel

Bensheim.Zyniker behaupten, dass es für die Bensheimer Fußgängerzone im Winter eigentlich keiner Ausgangssperre bedurft hätte. Nach 21 Uhr hält sich dort der Publikumsverkehr ohnehin in überschaubaren Grenzen. Jetzt darf sich aber dort, wie im Rest der Stadt und im Kreis, wegen der Corona-Pandemie bis 5 Uhr nur aufhalten, wer einen triftigen und behördlich abgesegneten Grund hat (wir haben berichtet).

Kontrolliert wird das seit mehr als einer Woche von Mitarbeitern der Stadtpolizei und der privaten City-Streife. Wie viele Personen seitdem angehalten wurden, kann das Rathaus nicht genau beziffern. „Aber es waren auch nur sehr wenige Leute unterwegs“, heißt es auf Nachfrage. Bußgelder habe man nach bisherigem Stand nicht erheben müssen. Wer kontrolliert wurde, sei überwiegend von der Arbeit gekommen oder war auf dem Weg dorthin.

Am heutigen Silvestertag wird sich daran vermutlich wenig ändern. Ab 21 Uhr greift die Ausgangssperre, die nach wie vor gilt und über die Landrat Christian Engelhardt erst entscheiden will, wenn die Datenlage etwas klarer ist. In den vergangenen Tagen befand sich die Inzidenz, also der Wert, der angibt, wie sich die Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage bezogen auf jeweils 100 000 Einwohner entwickelt hat, im Sinkflug – zuletzt von über 200 auf knapp mehr als 100.

Um 21 Uhr ist Feierabend

Wie repräsentativ diese Zahlen allerdings mit Blick auf die Feiertage (geschlossene Praxen, weniger Abstriche, reduzierte Laborkapazitäten) ist, wird sich vermutlich erst Anfang Januar zeigen. Mindestens bis dahin ist um 21 Uhr Feierabend im Freien – auch zum Jahreswechsel.

Das heißt in der Praxis: Böllern und Anstoßen um Mitternacht im öffentlichen Raum fällt – wie berichtet – ins Wasser. „Um frühzeitig mögliche Gruppenbildungen anlässlich des Jahreswechsels vermeiden zu können, halte ich die Ausgangssperre für ein probates Mittel. Obgleich es mir auch leidtut, dass wir Silvester nicht wie üblich feiern können“, betonte die Bensheimer Bürgermeisterin Christine Klein.

In der Innenstadt wird die City-Streife patrouillieren, was aber nicht nur der Ausgangssperre geschuldet ist, sondern an Silvester und in der Neujahrsnacht grundsätzlich zum Standardprogramm gehört. Schließlich dürfen schon seit Jahren in weiten Teilen der Kernstadt weder Raketen abgeschossen noch Böller geworfen werden.

Nur auf Privatgelände

Die offizielle Sprachregelung teilte die Stadt am Mittwoch mit: „Wir weisen darauf hin, dass die derzeit gültige sechste Allgemeinverfügung des Kreis Bergstraße auch an Silvester greift. Diese beinhaltet unter anderem eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr und ein Feuerwerksverbot im gesamten öffentlichen Raum. Feuerwerk darf demnach nur auf Privatgelände gezündet werden.“

Eine neue Erfahrung dürfte Silvester auch für die Feuerwehr werden. In den vergangenen Jahren herrschte zum Jahreswechsel immer erhöhte Alarmbereitschaft, weil durch Böller und Raketen sowie gesteigerten Alkoholkonsum Unfälle und Brände nicht ausgeschlossen werden konnten – konservativ formuliert. Nimmt man die diesjährigen Beschränkungen als Maßstab, könnte es eine ruhigere Zeit werden. Wobei die Feuerwehren aber ohnehin immer einsatzbereit sind – egal zu welcher Jahreszeit.

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