Bensheim

Collegium Musicum Konzert am 20. Oktober mit dem Bandoneónisten Christian Gerber

Tango Nuevo, Bach und buntes Hochzeitstreiben auf der Bühne

Archivartikel

Bensheim.Christian Gerber, einer der gefragtesten und vielseitigsten Bandoneónisten seiner Generation, gibt auf Einladung des Collegium Musicums Bergstraße im Rahmen der Bensheimer Musiktage am Sonntag, 20. Oktober um 19 Uhr im Parktheater ein gemeinsames Konzert unter der Leitung von Bart Berzonsky.

Christian Gerber spielte unter anderem bereits beim WDR-Rundfunksinfonieorchester Köln, den Hamburger Symphonikern, der Staatsoper Hannover, den Hamburger Philharmonikern und dem Berliner Konzerthausorchester. Daneben gastiert er mit eigenen Ensembles wie dem „Quinteto Angel“ regelmäßig in ganz Europa. Sein Instrument, das Bandoneón, gehört wie das Akkordeon zur Familie der Handzuginstrumente und wurde von dem Deutschen Heinrich Band als „Orgel des kleinen Mannes“ erfunden. Es gelangte über Einwanderer nach Argentinien, wo es schnell als „Seele des Tangos“ vereinnahmt wurde und sich zu einem deutschen Exportschlager entwickelte.

Einer der größten Bandoneón-Virtuosen seiner Zeit war Astor Piazzolla, der den argentinischen Tango mit Elementen aus Klassik und Jazz zum Tango Nuevo weiterentwickelte. Von ihm erklingen die Werke Milonga del Ángel aus seiner Engels-Trilogie und Adiós nonino, in dem er den Tod seines Vaters verarbeitete. Piazzolla selbst war ein großer Verehrer von Bach, schrieb unter anderem auch eigene Fugen – so liegt es nahe, seinen Kompositionen ein Werk von Bach voranzustellen: das Doppelkonzert für Violine und Oboe (BWV 1060a), diesmal jedoch in einer reizvollen Fassung für Bandoneón und Violine. Den Violinenpart übernimmt dabei der junge Geiger Jasper Noack, zurzeit Violinstudent an der Musikhochschule Lübeck.

Vorab jedoch, im ersten Teil des Konzertabends, findet auf der Bühne ein buntes Hochzeitstreiben statt samt Hochzeitsmarsch, Braut- und Tanzlied: die Sinfonie Ländliche Hochzeit des zu seiner Zeit hochangesehenen ungarischen-österreichischen Komponisten Karl Goldmark (1830-1915), 1875 uraufgeführt, von Brahms hochgeschätzt und von ihm als Goldmarks bestes Werk bezeichnet, ist in der Abfolge der Sätze und ihrem Charakter nach so ungewöhnlich, dass viele Kommentatoren sie als eine verkappte Suite bezeichneten.

Zu ihrer Entstehungszeit wurde sie recht häufig aufgeführt, heute scheint sie weitestgehend aus dem öffentlichen Musikleben verschwunden zu sein – in Bensheim jedoch zu hören am Sonntag, 20. Oktober, um 19 Uhr im Parktheater.

Der Vorverkauf hat begonnen, Eintrittskarten sind erhältlich bei der Bücherstube Deichmann, Musikbox im Kaufhaus Ganz, Bücherkiste Auerbach sowie in Heppenheim in der Buchhandlung May. red

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