Bensheim

Wanderfreunde Willy Helm führte durch das Gebiet / Rückzugsort für bedrohte Arten

Tongruben seit 1977 unter Naturschutz

Archivartikel

Bensheim.Bei herrlichem Wetter haben die Wanderfreunde Bensheim eine weitere schöne Wanderung unternommen. Das von den beiden Wanderführern Else Mühlhäuser und Hermann Zubrod ausgewählte Ziel war dieses Mal das zwischen Bensheim und Heppenheim liegende Naturschutzgebiet Tongruben.

Zu dieser Wanderung hatte der Vorstand Willy Helm als Begleiter eingeladen, einen profunden Kenner dieses Naturschutzgebietes, um das er sich mit Unterstützung anderer Naturschützer schon seit 55 Jahren bemüht.

Vom Bensheimer Marktplatz aus starteten 42 Wanderer und sieben Kinder. Gleich zu Beginn der Wanderung – nach der Bahnunterführung in der Fabrikstraße – gab Willy Helm eine kleine Einführung, zur Geschichte des Areals. Er zeigte historische Fotoaufnahmen, auf denen man den früheren optimalen Zustand dieses Gebietes erkennen konnte. Damals gab es dort noch viele, durch den Ton-Abbau entstandene flache Gewässer mit sehr viel Schilf an den Rändern. Das stellte einen optimalen Lebensraum für viele in ihrem Bestand bedrohte Vogel-, Amphibien- und Insektenarten dar.

Aus diesem Grund wurde das Gebiet nach langen Kämpfen dann im Jahr 1977 unter Naturschutz gestellt.

Am ersten Zwischenstopp am Wassereinlauf-Bauwerk, dem sogenannten „Meerbach-Knie“, erläuterte Helm die weitere Entwicklung des Naturschutzgebietes.

Durch die allgemeine Grundwasserabsenkung in den 60er Jahren und die dadurch bedingte Austrocknung der ehemaligen Flachgewässer sowie durch das allmähliche Zuwachsen mit Gestrüpp und Weidenbäumen verschlechterte sich der Zustand des Tongrubengeländes immer mehr. Die zuvor dort vorhandenen vielfältigen Lebensräume verschwanden.

Diese weitestgehend wieder herzustellen, war und ist das Ziel des Fördervereins Tongruben, der vor 21 Jahren gegründet wurde. Durch ihn wurden in diesem Naturschutzgebiet wieder einige Flach-Gewässer geschaffen. Daraufhin kehrten viele der früher dort vorhandenen Vogel-, Amphibien- und Insektenarten zurück.

An der vom Förderverein Tongruben errichteten Beobachtungs-Hütte – den sogenannten „Jägerteichen“ – konnten die Teilnehmer der Wanderung einen kurzen Blick auf eines dieser neu geschaffenen Flachgewässer werfen. An der Südgrenze des Naturschutzgebietes wurde eine Rast gemacht. Die Tourenführer hatten Bänke und Getränke dorthin gebracht. Danach ging es weiter zur Abschluss-Veranstaltung, die im Vereinsheim des Angelsportvereins Heppenheim östlich des Jochim-See stattfand. Nachdem alle mit Speis und Trank versorgt waren, bedankte sich Vorsitzende Kerima Zubrod bei den Tourenführen Else Mühlhäuser, Hermann Zubrod und Willy Helm für die Ausarbeitung und Durchführung dieser außergewöhnlichen Tour. Abschließend wurde noch das Clublied angestimmt, bevor sich jeder auf den Heimweg machte. red

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