Bensheim

Kommunalpolitik Wählergemeinschaft BfB im Gespräch mit Klimaschutzbeauftragtem

Treibhausgase weiter reduzieren

Archivartikel

Bensheim.Die Treibhausgasbilanz der Stadt Bensheim für das Jahr 2016 stand im Mittelpunkt einer Fraktionssitzung der Wählergemeinschaft Bürger für Bensheim (BfB), zu der der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bensheim, Steffen Hofmann, eingeladen war.

Bensheim ist eine von 19 Modellkommunen für den Klimaschutz. Der 2014 erstellte und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Masterplan 100 Prozent Klimaschutz hat sich ein weitreichendes Ziel gesetzt: bis 2050 sollen die Treibhausgasemissionen um 95 Prozent und der Endenergieverbrauch um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden.

„Ein ambitioniertes Ziel, das in die richtige Richtung geht, aber nicht unbedingt in diesem Umfang erreichbar sein wird. Die Richtung stimmt und deshalb tragen wir den Masterplan mit. Zusätzliche Maßnahmen werden für die nicht umsetzbaren Windräder ergriffen werden müssen, um das Ziel des Masterplans erreichen zu können“, stellt BfB-Stadtverordnete Angela Manteuffel fest.

Im Basisjahr 1990 lagen die Treibhausgasemissionen der Stadt Bensheim bei rund 413 000 Tonnen CO2-Äquivalent. Bis zum Jahr 2012 erfolgte eine Reduzierung um 18,8 Prozent auf rund 335 000 Tonnen. Bis zum Jahr 2016 erfolgte nur noch ein kleiner Rückgang auf rund 331 000 Tonnen – allerdings trotz steigender Einwohnerzahlen.

Zahlreiche Maßnahmen des Masterplans sind bereits begonnen worden oder befinden sich in der Umsetzungsphase, beispielsweise die Fortschreibung der Förderprogramme Klimaschutz, der Bezug von Ökostrom durch die Stadtverwaltung, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, die Umrüstung des städtischen Fuhrparks, Schaffung verbesserter Rahmenbedingungen für die Elektromobilität. Der im Masterplan vorgesehene Bau von Bürgerwindrädern beispielsweise im Bereich des Kesselbergs kann in Bensheim nicht umgesetzt werden. „Dieser Standort liegt in einem geschützten FFH-Bereich (Flora-Fauna-Habitat) mit einem alten zusammenhängenden Buchenwald. Ein massiver Eingriff für den Bau von Windrädern war für uns nicht akzeptierbar“, betont Stadtverordnete Ulrike Vogt-Saggau.

Zu viel Verkehr

Während es in anderen Bereichen Reduzierungen gibt, zeigt sich im Verkehrssektor ein gegenteiliges Bild. Hier sind die Treibhausgasemissionen deutlich angestiegen. Nicht zuletzt deshalb müsse es weitere Verbesserungen im Verkehrsbereich geben.

„Maßnahmen im Stadtbusbereich und Ruftaxi-Bereich haben wir bereits vorgeschlagen. Der Bau eines Fahrradparkhauses am Bahnhof ist vorgesehen. Weitere Maßnahmen müssen folgen“, so Stadtverordneter Norbert Koller in einer Pressemitteilung der Wählergemeinschaft abschließend. red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel