Bensheim

DRK-Ortsverein Rettungshunde übten das Auffinden von Verletzten im Steinbruch der Firma Röhrig

Trümmer-Training direkt vor der Haustür

Bensheim.Eine riesige Felsenlandschaft liegt vor dem kleinen Border Collie Nola. Die junge Hündin von Ausbilderin Claudia Reinheimer flitzt durch das Gelände der Firma Röhrig in Sonderbach – ein einmaliger Abenteuerspielplatz mit unendlichen Versteckmöglichkeiten. Denn in dieser „Trümmerlandschaft“ haben sich Staffelkameraden mit Sicherheitsausrüstung versteckt, die die zweieinhalbjährige Nola nun suchen darf.

Den Einsatz ihrer Nase trainiert die zierliche Hündin schon seit ihrer achten Lebenswoche in der Rettungshundestaffel des DRK-Ortsvereins in Bensheim. Sie ist bereits für Einsätze in Wald und Feld zertifiziert und kann sich nun neuen Herausforderungen stellen. Flink durchsucht Nola die Felsenlandschaft und zeigt bald durch Verbellen einen Fund an. Mit ihrer leistungsstarken Nase hat sie schnell das erste „Opfer“ gefunden. Bis das zweibeinige Frauchen die Staffelkameradin erreicht hat, hat Nola bereits eine Dose mit Leckereien ausgeschleckt und kuschelt glücklich mit Kirstin Young, der versteckten Person.

„Das Prinzip ist einfach“, schildert die langjährige Ausbilderin und freut sich mit ihrem Hund über den Erfolg. „Suchen und Finden ist ein ureigener Trieb unsere Haushunde, den wir nur in die richtigen Bahnen lenken. Wichtig für den Einsatz ist, dass keine Kleidungsstücke oder Essensreste das Interesse der Hunde wecken, sie sollen nur auf den menschlichen Geruch geprägt sein und müssen zwischen frisch getragener Jacke und Mensch unterscheiden“, erklärt Reinheimer.

„In einer Großschadenslage ist es wichtig, dass keine Toten angezeigt werden, denn der Fokus liegt auf schnellem Leben retten“, so die Ausbilderin. In den letzten 20 Jahren gab es im Kreis Bergstraße sowie im Kreis Darmstadt-Dieburg immer mal wieder Trümmereinsätze meist durch Gasexplosionen, aber auch einmal durch den Absturz eines Kleinflugzeuges. Das sind Szenarien, die Gerd Thiemann, langjähriger Leiter der Hundestaffel, für möglich hält. Er freut sich deshalb über das Engagement seiner Staffelkameradinnen und Kameraden und erläutert, dass insgesamt 9 der 15 Hunde der Staffel in Trümmern ausgebildet werden. „Die Firma Röhrig ist für diese Arbeit unser wichtigster Partner, was das Gelände angeht“, so Thiemann. „Hier können wir wirklichkeitsnah und mit viel Abwechslung trainieren.“

Die Staffel hofft auch in der Zukunft auf Unterstützung des Unternehmens. „Ohne diese Kooperation wäre die Aussicht, bald über mehrere geprüfte Trümmerhunde zu verfügen, deutlich geringer, denn solche Gelände sind rar“, heißt es in der Pressemitteilung.

In den Startlöchern für die Prüfung stehen auch die Ausbildungsanwärterinnen Britta Büttner und Kirstin Young, die aber betonen, dass zu hoffen sei, dass sie niemals gebraucht würden, denn solche Schadenslagen seien in unserer Region glücklicherweise selten. Sollte es jedoch zu einem Einsatz kommen, möchten sie gerne mit ihren Hunden zur Verfügung stehen. red

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