Bensheim

AKG Sigrid Nordhaus erhielt den „ohnekippe“-Präventionspreis der Heidelberger Thorax-Klinik

Unermüdlich im Einsatz gegen das Rauchen

Bensheim.Seit unglaublichen 21 Jahren ist Sigrid Nordhaus in der Elternarbeit am AKG tätig. Auch als ihre Tochter 2006 nach dem Abitur die Schule verlassen hat, blieb sie dem AKG treu verbunden. Und das hat einen besonderen Grund: Mit Herzblut, großer Zielstrebigkeit und persönlichem Einsatz – so Christian Krebs, Beratungslehrer für Suchtprävention – hat sich Nordhaus der Vision der „rauchfreien Schule“ verschrieben und setzt sich unermüdlich dafür ein.

Sie betreibt Präventionsarbeit, klärt über die Gefahren des Rauchens auf und ist davon überzeugt, dass „Verbote nichts nützen“, dass es vielmehr stattdessen eine Menge Überzeugungskraft und Akzeptanz braucht, denn „Rauchen ist eine Sucht.“ Ein wichtiger Baustein, Jugendliche davon zu überzeugen, dass Rauchen nicht cool, sondern gesundheitsschädlich ist, ist die Kampagne „ohnekippe“ der Thorax-Klinik in Heidelberg.

Seit 2005 sind AKG und Klinik Kooperationspartner, seit 13 Jahren haben mehr als 3000 Bensheimer Schüler und zahlreiche Lehrer an den Veranstaltungen teilgenommen, konnten per Videoeinspielung eine endoskopische Untersuchung eines an Lungenkrebs erkrankten Patienten verfolgen und direkt mit einem Betroffenen sprechen und diesem Fragen stellen.

Sigrid Nordhaus, die 2005 den Kontakt zwischen AKG und der Heidelberger Klinik hergestellt hat, wurde am Dienstag für ihr persönliches Engagement über viele Jahre hinweg mit dem „ohnekippe“-Präventionspreis der Thorax-Klinik für ihren „jahrelangen guten Job“ ausgezeichnet.

Seit 2010 wird das Projekt von der Klaus-Tschira-Stiftung des SAP-Mitbegründers unterstützt und gefördert. Michael Ehmann überreichte ihr einen Scheck über 1000 Euro, Schulleiterin Nicola Wölbern gratulierte mit einem Blumenstrauß und einem Buch, das die Überschrift trägt „Erfolg hat sechs Buchstaben – machen.“

Dass der Einsatz von Sigrid Nordhaus viele Früchte getragen hat, ist laut Christian Krebs, der in der AKG-Mensa die Laudatio hielt, unübersehbar: „Stand Anfang 2005 noch eine große Zahl von Oberstufenschülern in den Pausen rauchend in der Nähe der Schulpforten, so ist dieses Phänomen heute weitgehend verschwunden. Die Großen sind heute nicht mehr als Raucher, sondern als Nichtraucher Vorbild für die jüngeren Schüler.“ Krebs dankte Nordhaus im Namen der Schulgemeinde für ihr „Lebenswerk“.

Viel Überzeugungskraft nötig

„Dieser Weg ist nicht leicht und braucht viel Überzeugungskraft“, beschrieb Sigrid Nordhaus die Raucherprävention. Sie erinnerte sich an die Schulzeit ihrer Kinder in den 90er Jahren, als laut einem Erlass des Hessischen Kultusministeriums Raucherhöfe an Schulen für Jugendliche ab 16 Jahren und Lehrer eingerichtet wurden – auch am AKG. Laut einer Studie der WHO waren seinerzeit 44 bis 46 Prozent der Schüler dauerhafte Raucher, 93 Prozent aller Gymnasiasten seien in dem Glauben gewesen, dass wenige Zigaretten pro Tag nicht schädlich sind.

Am 1. Januar 2005 habe die Landesregierung ein Rauchverbot für alle Schulen in Hessen erlassen. Das AKG, so Nordhaus, habe aber bereits vorzeitig reagiert und nach den Sommerferien 2004 per Lautsprecherdurchsage für eine rauchfreie Schule geworben. Wenige Monate später habe sich eine Projektgruppe aus Schülern, Lehrern und Müttern zusammengefunden, die dafür plädierte, das Rauchen nicht vor das Schultor zu verlagern, sondern selbst aktiv zu werden und für eine Verhaltenänderung zu werben.

Die „ohnekippe“-Aufklärungskampagne habe wesentlich mit dazu beigetragen, die Schüler mit der Realität vertraut zu machen und sie für die Gefahren des Rauchens zu sensibilisieren.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel