Bensheim

Umwelt Bei Hemsbergwanderung am Samstag wird Gedenktafel für verstorbenen Studiendirektor Fritz Richter enthüllt

Unermüdlicher Kämpfer und Visionär

Bensheim.Auch in diesem Jahr lädt die Botanische Vereinigung für Naturschutz, einer langjährigen Tradition folgend, zu einer Wanderung in das Naturschutzgebiet Hemsberg bei Zell ein.

Termin ist am heutigen Samstag (11.), 15 Uhr. Treffpunkt ist der Endpunkt der Schelmengasse in Zell. Die Wanderung dauert zwei Stunden.

Botaniker und Studiendirektor

Der im Jahr 2017 verstorbene Botaniker und Studiendirektor Fritz Richter (Bild links) setzte sich für die Ausweisung des Hemsbergs als Naturschutzgebiet ein und leitete lange Jahre diese Exkursion unter der Reihe „BA-Natürlich“. Dieses Jahr soll, während der Exkursion, ein Schild enthüllt werden, das auf die Verdienste Richters hinweist.

Hierzu schreibt Stephan Schäfer vom Naturschutzbund Bensheim: Fritz Richter hat Natur- und Umweltschutz immer verbandsübergreifend verstanden. Auf seine Initiative wurden Stellungnahmen zu Bauplanungen und Eingriffen in die Bergsträßer Landschaft erarbeitet, der sich in der Regel Nabu, Botanische Vereinigung sowie BUND anschlossen.

Richter machte dazu einen knappen, aber das Wesentliche klar aussagenden Textvorschlag. Als Mitglied des Bezirksnaturschutzbeirates beim Regierungspräsidium Darmstadt kannte er sich im Verfahrensgang aus und bot den örtlichen Naturschützern wertvolle Hilfen für ihre Anliegen.

Fritz Richters Herz schlug für die Botanik. Diese sah er im großen Ganzen von Natur, Geologie und Landschaft. Bei seinen Führungen an Bergstraße und Odenwald legte er stets Wert darauf, dass anwesende Nabu-Leute ihre Kenntnisse über die jeweilige Vogelwelt einbrachten. Seine Energie, sein Weitblick und seine mutige Sicht der Dinge, die auch deutliche Kritik an politischen Entscheidungsträgern einschloss, waren auch für den Nabu vorbildlich.

Fritz Richter war Motor des Naturschutzes im Kreis Bergstraße, von dem alle Naturschutzverbände profitierten. Er erinnerte Ämter und Behörden unermüdlich an ihre Verantwortung und forderte Taten statt schöner Worte.

Großer Plan blieb ein Traum

Sein Fachwissen, gepaart mit genauen Ortskenntnissen, führte ihn zur Überzeugung, dass die noch verbliebenen Naturschätze der Bergstraße, seien es nun die Pflanzen, Vögel, Insekten und die vielen seltenen Landschaftselemente, das Zeug hätten, die Bergstraße zu einem deutschen Biosphärenreservat zu erklären. Diesen großen Plan wollte er noch voranbringen, um dem kurzsichtigen Flächenfraß an der Bergstraße entgegenzuwirken. Hier war Fritz Richter ein Visionär. Leider fand er nur wenig Gehör. Es blieb sein Traum.

Das Naturerbe an der Bergstraße zu sichern, bleibt aber Leitlinie für den Naturschutzbund. In diesem Rahmen steht beispielsweise der Antrag, Teile des Höllbergs naturschutzrechtlich zu sichern. Federführend hat Fritz Richter bei diesem Antrag mitgewirkt, so Stephan Schäfer abschließend. red

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