Bensheim

Mohács-Freunde Siebentägige Reise durch das Land der Magyaren / Neue Freundschaften geknüpft

Ungarn ist mehr als Puszta und Piroschka

Archivartikel

Bensheim.Ungarn hat zahlreiche Weltkulturstätten zu bieten, die zum Teil einzigartig sind. Das Land hat berühmte Musiker, Wissenschaftler hervorgebracht. Das Land der Magyaren – das ist mehr als nur Piroschka, Puszta und Paprika, das ist auch wesentlich mehr als nur k.-u.-k.- Monarchie.

Von jedem etwas, so könnte man die siebentägige Reise beschreiben, die der deutsch-ungarische Freundeskreis Bensheim-Mohács dieser Tage unternommen hat. Im Mittelpunkt stand natürlich der Besuch in der Partnerstadt Mohács.

Hat man in den vergangenen Jahren Esztergom, Szekszard, Szeged, Sopron oder Györ besucht, so standen in diesem Jahr vor allem die Städte Eger im Norden, Baja und Siklos in Südungarn auf dem Programm. Selbstverständlich wird die Hauptstadt Budapest nicht ausgelassen. Betrachtet man aber die Reise im Ganzen, so wurden mit der Kulturlandschaft Hortobágy-Puszta und Bugac-Puszta gleich zwei Weltkulturerbestätten besucht, ohne die Geschichte der Bushos in Mohács zu vergessen, die zum immateriellen Weltkulturerbe gehört.

Erste Station war die 56.000-Einwohner-Stadt Eger, zu deutsch; Erlau, eine der ältesten Stadtgründungen Ungarns. Bekannt ist Eger durch die großen Weinanbaugebiete in der Umgebung, die neben anderen Weinsorten auch den bekannten Rotwein Erlauer Stierblut (Egri bikavér) hervorbringen. In der Stadt gibt es zahlreiche Weinstuben und traditionelle, teils unterirdische, Weinkeller. Das Stadtbild ist außerdem geprägt durch barocke Bauten, das Minarett aus der Zeit der osmanischen Herrschaft, die mittelalterliche Burg und durch die Kathedrale St. Johannes und St. Michael, der nach der in Esztergom zweitgrößten in Ungarn. In dieser Kathedrale hörte die Bensheimer Reisegruppe ein eigens für sie organisiertes, sehr schönes Orgelkonzert.

Artenvielfalt im Nationalpark

Am zweiten Tag wurde dem Hortobágy-Nationalpark, Ungarns erster und größter zusammenhängender Nationalpark, ein Besuch abgestattet. Er wurde am 1. Januar 1973 auf einem Gebiet von 52.000 Hektar gegründet und ist kontinuierlich auf 82.000 Hektar erweitert worden. 1999 wurde der Park in das Welterbe der UNESCO aufgenommen. Die Puszta von Hortobágyi ist das größte und bekannteste mitteleuropäische Steppengebiet. Hier kommen 90 Prozent der einheimischen Vogelarten vor.

Im Mittelpunkt der Reise stand natürlich, wie in jedem Jahr, der Besuch der Partnerstadt Mohács. Hier wurden die Gäste bei strahlendem Sonnenschein von Bürgermeister Jószef Szekó und Vizebürgermeister Aron Cserdi empfangen. Im Rahmen des Nepomukfestes waren die Bensheimer dabei beim großen Feuerwerk, das alljährlich von einer Fähre in der Mitte der Donau, abgebrannt wird. Bei Mohács hat Ungarn einen der größten Schicksalsschläge seiner Geschichte erlitten: Die Niederlage gegen die Türken auf dem Schlachtfeld von Mohács im Jahre 1526. Hier fanden 24.000 Männer den Tod.

Die 37.000-Einwohner-Stadt Baja wurde per Bimmelbahn erkundet. Das bedeutendste Baudenkmal der Stadt Siklos ist die Burg, die erstmals 1294 urkundlich erwähnt wurde und heute noch zu den am besten erhaltenen Bauten des Landes gehört.

Natürlich wurden die Tage in Mohács auch genutzt, um alte Freundschaften zu vertiefen und neue zu knüpfen. Einmal bei der deutschen Selbstverwaltung im Haus der Donauschaben, wo die Bensheimer hervorragend verköstigt wurden, und zum anderen beim dortigen Freundeskreis Mohács-Bensheim, der einen musikalischen Abend gestaltete. Zum Abschluss der Reise waren sich alle 40 Teilnehmer einig, viel über Land und Leute erfahren zu haben. Ein großes Dankeschön galt Gyuri Lehel, dem früheren Kulturattaché Mohács’, der mit viel Herzblut die Gruppe betreute. Übrigens: Die Reise im kommenden Jahr führt unter anderem nach Budapest, zur Halbinsel Tihany, in die Paprikastadt Kalocsa und nach Mohács. mül

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