Bensheim

Jagdgenossenschaft Auerbach Jagdpächter klagen über Spaziergänger mit Stirnlampen, Hundehalter und Mountainbiker

Unliebsame Begegnungen im Revier

Auerbach.Zur Mitgliederversammlung der Auerbacher Jagdgenossenschaft hatten sich lediglich 14 Jagdgenossen und zwei Gäste eingefunden. Da die Versammlung einmal mehr aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl nicht beschlussfähig war, musste Jagdvorsteher Hans Seibert eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, die gemäß Satzung jetzt beschlussfähig war. Daran schloss sich die Verlesung der Niederschrift aus 2018 durch Schriftführer Horst Knop an.

In seinem Jahresbericht 2018 konnte Jagdvorsteher Seibert von einem aus seiner Sicht ruhigen Jagdjahr berichten. Weiterhin auf hohem Niveau sind die Störungen im Revier durch freilaufende Hunde und Radfahrer abseits der Wege. Auch die Wildschäden auf Grabstätten am Bergfriedhof waren ein Thema. Positiv wurde erneut die Zuwendung an die Awo Auerbach zur Betreuung älterer Jagdgenossen aufgenommen, die anlässlich der Kerb überreicht wurde. Einmalig war hingegen die Spende in Höhe von 600 Euro an die Evangelische Kirchengemeinde zur Sanierung der Kirchenmauer. Die Neuverpachtung des Jagdbezirks ab 1. April 2019 war eine besondere Aufgabenstellung zum Jahresende.

In seinem Kassenbericht vermeldete Rechner Hans Peter Knaup einmal mehr schwarze Zahlen, der Kassenstand zeige sich nach den hohen Aufwendungen des Vorjahres leicht erholt. Die Kassenprüfer Rainer Merk und Christian Gölz bescheinigten dem Rechner eine vorbildliche Kassenführung und beantragten die Entlastung von Rechner und Vorstand, die einstimmig erfolgte. Im weiteren Verlauf wurden Peter Schott und Peter Merk als neue Kassenprüfer einstimmig gewählt.

Jagdpächter Andreas Schittenhelm legte in Abstimmung mit seinem Kollegen Horst Bütow den Bericht der Jagdpächter vor. Die Strecke umfasste 13 Rehe, davon fünf Fallwild durch Fahrzeuge, insbesondere nach dem Freischneiden entlang des Berliner Rings und der Autobahnränder. Vier Wildschweine, sieben Füchse, sieben Dachse, zwei Waschbären, drei Steinmarder und je eine Elster und Krähe sorgten zusätzlich dafür, dass der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Abschuss vollständig erfüllt wurde.

Dazu berichteten die Jagdpächter einmal mehr von vielen unliebsamen und leider weiter zunehmenden Begegnungen im Revier – selbst zu Nachtzeiten – durch „Spaziergänger mit Stirnlampen“, Hundehaltern und Mountainbikern. Dies stelle eine weitere Erschwernis für eine waidgerechte Ausübung der Jagd dar. Das führe aber auch dazu, dass das Wild aus seinen angestammten Rückzugsräumen in die Nähe der Wohnbebauung verdrängt werde.

Ein Schwerpunkt der Jagdversammlung war die Beschlussfassung über die Neuvergabe der Jagd. Beide bisherigen Jagdpächter hatten ihr Interesse bekundet und entsprechend hatte der Jagdvorstand den neuen Jagdpachtvertrag konzipiert. Da der Vertrag auf zehn Jahre angelegt ist, gab es viel Verständnis für den Wunsch von Horst Bütow, dass ein vorzeitiges Ausscheiden aus Alters- oder Gesundheitsgründen Bestandteil des Papiers werden solle. Auch der von Peter Merk vorgeschlagene Verzicht auf einen Jagdaufseher wurde ebenso einvernehmlich verabschiedet wie das gesamte Vertragswerk. Somit sind Andreas Schittenhelm und Horst Bütow für die nächsten zehn Jahre Jagdpächter im Jagdbezirk Auerbach.

Zum Ende der Versammlung kündigte Nabu-Vertreter Reinhold Meixner sein Ausscheiden aus dem Jagdbezirk an und dankte für die gute Zusammenarbeit, die Nachfolge ist offen. Ein immer wiederkehrendes Thema ist auch der desolate Zustand der Scherer-Hütte im vorderen Rod, in der es kürzlich sogar gebrannt hat.

Nach rund einer Stunde konnte Jagdvorsteher Hans Seibert die sehr harmonische und dank manch humorvoller Beiträge von Rainer Merk auch kurzweilige Versammlung schließen. kn

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