Bensheim

Bürgerstiftung Spende für den Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks / Wichtige Arbeit direkt an der Basis

Unterstützung in allen Lebenslagen

Bensheim.„Was der Jugendmigrationsdienst leistet, ist in jeder Hinsicht enorm wichtig. Wir wollen zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen, dass diese Arbeit auch weiter gesichert ist“, sagte Stadtrat Adil Oyan, zugleich Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung der Stadt Bensheim, bei der Übergabe einer Spende in Höhe von 1500 Euro an den Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks. Mit dem Geld soll die Arbeit für und mit jungen Migranten in Bensheim unterstützt werden.

Diplom-Sozialpädagogin Susanne Hagen ist die Fachfrau an vorderster Front, die alleine im Jahr 2017 in Bensheim 120 Personen unterstützt hat. Da manche der jungen Leute eine besonders intensive Betreuung benötigen, kam es innerhalb der zwölf Monate zu insgesamt 500 Kontakten. „Für viele der alleine nach Deutschland gekommenen jungen Migranten ist der Jugendmigrationsdienst eine sehr wichtige Anlaufstelle“, berichtete sie im Rahmen der Spendenübergabe.

Der Jugendmigrationsdienst wird durch ein Bundesprogramm gefördert und ist entsprechend Sache des Bundes. In Bensheim ist er an das Diakonische Werk angedockt. Die Leiterin des Diakonisches Werks Bergstraße, Irene Finger, hob die herausragende Bedeutung des Jugendmigrationsdienstes hervor. „Die Arbeit von Frau Hagen setzt unmittelbar an der Basis an und bringt einen sehr wertvollen gesellschaftlichen Nutzen. Für die jungen Leute ist sie in vielen Lebenslagen eine sehr wichtige Lotsin.“

Die Diakonie-Leiterin merkt allerdings kritisch an: „Dass wir lediglich eine halbe Stelle für dieses wichtige Aufgabegebiet bei kontinuierlich steigendem Bedarf zur Verfügung gestellt bekommen, ist sehr bedauerlich.“ Umso wichtiger ist die Unterstützung der Bürgerstiftung, deren Stiftungszweck gemeinnützige und mildtätige Zwecke in Bensheim und seinen Stadtteilen umfasst. An vorderster Stelle stehen die Förderung von Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Heimatkunde und Heimatpflege sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen in der Stadt. Somit deckt sich die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes, den es bereits viele Jahrzehnte gibt, mit dem Stiftungszweck. Hervorgegangen ist er aus den Jugendgemeinschaftswerken und ist als Fortführung der Aussiedlerberatungsstellen zu sehen.

Geprägt wurde die Arbeit durch verschiedene Einflüsse: In den 1960er Jahren, als vermehrt Gastarbeiter nach Deutschland kamen, nach der Wende mit der steigenden Zuwanderung aus Osteuropa, durch die Auswirkungen der Kriege im ehemaligen Jugoslawien und dem Flüchtlingsstrom ab 2015.

Als glückliche Fügung bezeichnet Susanne Hagen die Tatsache, dass in der Beratungseinrichtung in der Riedstraße mit der Migrationsberatungsstelle für Erwachsene, der Jugendberufshilfe und der Flüchtlingsberatung gleich drei Anlaufstellen unter einem Dach und dadurch die Wege kurz sind. Die Klienten des Jugendmigrationsdienstes sind im Alter von 17 bis 27 Jahren und sollen in ihrer schulischen, sozialen und beruflichen Entwicklung gefördert und unterstützt werden.

„Wir bieten Orientierung und helfen, wo wir können“, sagt Susanne Hagen. Wenn es um die Themen Praktikum, Ausbildung, Arbeitsstellen geht, um Hilfe bei der Wohnungssuche und im Bürokratiedschungel oder um das generelle Zurrechtfinden in einem fremden Land, dann ist der Jugendmigrationsdienst die richtige Anlaufstelle.

Eine zusätzliche Herausforderung für die Betroffenen und für die Arbeit des Dienstes sind traumatische Erlebnisse vor, während oder nach der Flucht, existentielle Ängste aufgrund fehlender ökonomischer Mittel, der oftmals erschwerte Zugang zu Arbeit und Bildung oder bürokratische Hürden. ps

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