Bensheim

Schulen Peter Zehfuß geht nach 43 Jahren in den Ruhestand

Urgestein des AKG verabschiedet

Archivartikel

Bensheim.52 Jahre an einer Schule – das sind achtzig Prozent seiner Lebenszeit zum Zeitpunkt der Pensionierung – hat Oberstudienrat Dr. Peter Zehfuß dem Alten Kurfüstlichen Gymnasium (AKG) gewidmet. Neun davon als Schüler, 43 als Lehrer.

Der Pädagoge hat Generationen von Schülern geprägt, von denen manche inzwischen wieder Kollegen sind, einer davon sogar sein Vorgesetzter in der Funktion des stellvertretenden Schulleiters.

Disziplin vorgelebt

Respektiert, geschätzt, geliebt – so lässt sich sein Standing in der Schulgemeinde beschreiben. Die Disziplin, die er selbst vorlebt, aber auch einfordert, ist ein Wesensmerkmal des Offiziers der Reserve. Eine Tugend, die zwischenzeitlich etwas aus der Mode gekommen zu sein schien, inzwischen aber auch von seinen Schülern als ein Grund dafür genannt wird, dass man „beim Zehfuß etwas lernt“, nicht nur für die Schule, sondern auch fürs Leben.

Seine Fachkompetenz ist ein weiterer Grund, für die er nicht nur bei seinen Schülern, sondern auch bei seinen Kollegen geschätzt wird. Eine Vokabel oder Definition kann man nachschlagen oder besser Peter Zehfuß fragen. Verlässlicher und prägnanter als Wikipedia ist er in jedem Fall.

Bekannt ist der Kollege auch für seine dezidierte Meinung, für die er in bester protestantischer Tradition einsteht, auch wenn er sich damit nicht immer Freunde gemacht hat. Nicht nur im Religionsunterricht versuchte er, Werte zu vermitteln, sondern auch als Autor eine Reihe von Leserbriefen an diese Zeitung.

Dass der heimatverbundene Einhäuser eine Zeit lang mit Stipendium in Cambridge studiert hat, wissen vermutlich nur wenige, da er nie damit hausieren gehen würde. Aber seiner Aussprache hört man es an, wenn man das Glück hatte, von ihm im Fach Englisch unterrichtet zu werden.

Bekannter ist unter Schülern und Kollegen sein eigener Humor. Dies zeigt sich etwa, wenn die Quintaner ihm ein Buch schenken, in das er seine Witze eintragen möge – in der Hoffnung, dass auch nachfolgende Generationen noch darüber lachen können.

„Dürfen wir Sie umarmen?“

Wie sehr ihn viele auch geliebt haben, zeigt sich erst beim Abschied nehmen: „Dürfen wir Sie umarmen?“ haben die Sechstklässler gefragt und damit den immer sehr korrekten und auf Distanz bedachten Lehrer aus der Fassung gebracht.

Wie er sich seinen Ruhestand vorstellt, ist kein Geheimnis: Seine vier Traktoren müssen bewegt werden und dazu kommen auch noch Angusrinder, die betreut werden wollen. Die Auseinandersetzung mit Schülern und Kollegen wird ihm trotzdem fehlen, verrät Zehfuß. Das Aufstehen um sechs Uhr morgens, wenn er zur ersten Stunde Unterricht hat, weniger.

Deshalb überreichte AKG-Schulleiterin Nicola Wölbern ihm zum Abschied neben der Urkunde seinen neuen Stundenplan, den er nun selbst ausfüllen kann. Vom Kollegium bekam er einen Stein aus den Grundmauern des AKG der für das steht, was er für viele ist: ein Urgestein. red

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