Bensheim

Neuerscheinung Die Journalistin Ulla Hess schreibt ein Buch über Bergsträßer Bürger und ihre spannenden Lebensgeschichten

Verborgene Schätze finden und heben

Bensheim.200 Bergsträßer werden in einem neuen Buch über den Landkreis zu finden sein, das Ulla Hess derzeit in der Mache hat. Die gelernte Journalistin wird die von ihr Auserwählten porträtieren – in Wort und Bild. „Alles Menschen mit einer besonderen, lesenswerten Vita.“

Wer zum erlauchten Kreis gehört, das will Ulla Hess noch nicht verraten. Es wäre auch nicht fair, an dieser Stelle einen hervorzuheben, sagt sie. Natürlich gebe es Personen, an denen man einfach nicht vorbeikomme, schreibt man ein Buch über die Bergstraße. Aber es sind vor allem Menschen, die nicht permanent in der Öffentlichkeit stehen oder in der Presse sind, sondern die sich durch eine bemerkenswerte Lebensgeschichte oder ihrem beeindruckenden Schaffen hervortun und auszeichnen und damit der Region einen unverwechselbaren Stempel verleihen.

Entweder ganz oder gar nicht

Dann mal anders gefragt: Wen sie unbedingt gerne in ihrem Buch hätte? Sebastian Vettel, so die Antwort. Er sei ein Ausnahme-Bergstäßer im positiven Sinne. Als er noch beim Rennstall Red Bull unter Vertrag war, wäre es einfacher gewesen, an ihn heranzukommen. Bei Ferrari ist das noch mal eine ganz andere Liga, verdeutlicht Ulla Hess, dass es „halbe Sachen“ nicht geben werde. Und da kommt der Profi bei ihr durch: Entweder gelingt ein persönlicher Kontakt, „eben nichts Abgeschirmtes, Gefiltertes über die offizielle PR-Abteilung – oder wir lassen es sein“. Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wäre doch gelacht, wenn zwei Heppenheimer sich nicht finden.“

„Wir bemühen uns in dem Buch um eine Art Positivliste“, will heißen, es werden Bürger aufgenommen, die teils auch von anderen hier Lebenden empfohlen wurden. Das eigentlich Spannende für ihre Arbeit an dem Buch ist die Recherche, „Zement unseres Berufs“, betont die ehrgeizige Journalistin. „Sauber“ müsse diese sein, sorgfältig und seriös. Dabei sei sie auch auf Personen gestoßen, denen sie erst jetzt im Rahmen ihrer Arbeit für das Buch begegnet sei.

„Das ist wie das Auffinden eines verborgenen Schatzes“ bisweilen und sei schon jetzt bereichernd. Umso interessanter sei es, all die Geschichten einem breiten Leserkreis zu präsentieren. „Es werden persönliche Texte sein. Diese Freiheit nehme ich mir.“ So wird neben dem beruflichen Wirken des Porträtierten eben auch die private Seite beleuchtet, wenn er dies denn möchte.

Die „Edition Profile“ ist eine im Verlag Peter Becker bundesweit erscheinende Buchreihe in exklusiver Ausstattung. Seit 1982 sind bislang über 400 Bände mit Porträts verdienstvoller Bürger landauf, landab erschienen. Nun also ist der erste Band über den Landkreis Bergstraße an der Reihe. Am Ende steht ein Gesellschafts-Mix aus Vertretern von Wirtschaft, Soziales, Politik, Sport, Kultur und Organisationen.

„Für den Bürger ist unser Buch ein Stück Anerkennung seiner Verdienste, für den Unternehmer eine persönlich zugeschnittene Langzeit-Werbung, für den Landkreis ein Stück gern gelesene Zeitgeschichte. So bemühen wir uns stets um einen Personen-Almanach – das positive Netzwerk der Region als Lektüre“, erläutert Ulla Hess.

Über eine ISBN-Nummer wird das Buch im Buchhandel gelistet. Einsehbar wird es bei allen wichtigen Organisationen und Strukturen des Kreises und seiner Kommunen sein, also beispielsweise Stadtverwaltungen, öffentliche Einrichtungen oder etwa der IHK. Eine Vielzahl an Berufsbildern wird abgebildet – vom Handwerksmeister, Arzt, Geistlichen über einen der hessischen Landesregierung angehörenden Politiker bis hin zu einem freischaffenden Künstler. Es ist somit ein Zeitdokument der Region, ein Image- und Kontaktbuch eben, das spätestens im neuen Jahr erscheinen wird.

Von der Pike auf gelernt

Die Autorin war 15 Jahre lang Redakteurin dieser Zeitung. Ihr journalistisches Handwerk hat sie von der Pike auf gelernt: An ihr Studium der Politischen Wissenschaften, Germanistik und Soziologie mit weiterführenden Seminaren der Medienwissenschaften schloss sich ein zweijähriges Redaktionsvolontariat an. Journalistisch tätig war Ulla Hess schon während ihrer Studentenzeit als freie Mitarbeiterin für mehrere Zeitungen. Wolf von Lojewski, Auslandskorrespondent und jahrelang Anchorman des „heute journals“ im ZDF, ist ihr großes journalistisches Vorbild, „Treibsand“ von Henning Mankell ihr ganz persönlicher Bestseller.

Bücher hat sie schon als Kind regelrecht verschlungen. Die „Profile Bergstraße“ für den Landkreis mit all seinen Kommunen ist das zweite von Ulla Hess als alleinige Autorin. „Blüten, Reben, Drachenblut“ hat sie für den Kreis Bergstraße geschrieben. Ohne Herzblut geht bei ihr nichts.

In zahlreichen Publikationen und Veröffentlichungen hat sie mitgewirkt. In den verschiedensten Ehrenämtern hat sich die Vollblutjournalistin, auch Leiterin von Seminaren für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Pressewerkstätten, über Jahre hinweg engagiert.

Und abseits vom Texten? An Sylt und die „Nordlichter“ hat die Heppenheimerin, jahrelang auf dem Marktplatz zu Hause und Altstadtführerin für die Kreisstadt, inzwischen Wahl-Bensheimerin, von Anbeginn ihr Herz verloren: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt sie lachend, „obwohl es mich fast von der Insel geweht hat“, so stürmisch war es bei ihrem ersten Aufenthalt.

Das Meer übt eine magische Anziehungskraft auf sie aus: „Man findet seine innere Ruhe und ist ganz bei sich.“ Die Augen strahlen, wenn sie das sagt, genauso, wie wenn sie über ihre große Leidenschaft – das Schreiben – philosophiert. red

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