Bensheim

Haus am Markt

Verzicht auf Neubau erspart weitere Belastungen

Archivartikel

Es war für viele Bürger kaum vorhersehbar, dass das Thema Haus am Markt zu einem solchen Ende kommt. Ach ja, es soll ja nicht zu Ende sein, laut der BfB-Pressemitteilung im BA am 17. August. Es scheint jetzt ganz wichtig, dass auf jeden Fall irgendetwas hingebaut wird. Das lässt die Assoziation zu, dass dies mit weniger gefühltem Gesichtsverlust einhergeht.

Sowohl die BfB als auch die Grünen haben sich in der Vergangenheit weniger um die Meinungen von Bürgern zu Projekten in Bensheim gekümmert. Wenn das „sich um die Bürger kümmern“ eingesetzt wird, ist es meist Zeit zur Kommunalwahl. Wenn in der Pressemitteilung der BfB die Begriffe „Bürgerbeteiligung“ und „ergebnisoffen“ verwendet werden, werde ich hochsensibel.

BfB abhängig von der CDU

Zu sehr ist die Entscheidung der BfB-Spitze nach der Kommunalwahl, in eine Koalition einzutreten, im Kopf. Die BfB ist aufgrund der Stimmverhältnisse in einer Abhängigkeit zur CDU, welche diese kommunalpolitische Gruppierung in Bensheim selbst entschieden hat. Es fehlte nach der letzten Wahl einfach an Selbstbewusstsein und Verpflichtungsgefühl zu den Menschen, die die BfB zuletzt gewählt haben.

Wenn Vertreter politischer Gruppierungen oder Parteien mit dem Satz mit „Viele jüngere Menschen“ anfangen, ist Vorsicht geboten. Wer mit Blick auf das Verhalten der Generation Y und Z ein Café oder noch abenteuerlicher, ein Restaurant, präferiert, bewegt sich außerhalb der Realitäten. Da müsste schon Kletterpark oder Ähnliches installiert werden. Besser für Jung und Alt geeignet wären eine Restauration in den beiden Fachwerkhäusern als Vervollständigung des Marktplatzensembles, wie zum Beispiel am Marktplatz in Weinheim.

Wie hoch ist finanzieller Schaden?

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung ist die Entscheidung des Bürgermeisters als gar nicht mal so schlecht zu bewerten. In der Pressemitteilung der BfB taucht ja auch die Frage nach der „Schadenshöhe“ etwas versteckt auf.

Diverse Lesermeinungen haben ebenfalls in den letzten Tagen darauf Bezug genommen. Die Summe an Euro, welche bis jetzt ausgegeben wurde, ist auf jeden Fall um einiges geringer als das, was für einen Neubau, dessen wirtschaftliche Nutzung keineswegs bewiesen ist, investiert werden müsste.

Das heißt: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Die Abrisskosten betragen geschätzt ein Fünftel oder ein Drittel eines Neubaus. Nicht ausgegebenes Geld fließt also direkt in die Liquidität der Stadtkasse und erspart damit den Bürgern weitere Kostensteigerungen. Nicht zu vergessen das Thema Straßensanierung und Anliegerkosten. Die Situation der Stadtkasse belastet die kommenden Generationen in Bensheim schon ausreichend, da wird das fehlende Café für die junge Menschen zu verschmerzen sein.

Karl Kraft

Bensheim

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