Bensheim

Freundeskreis Riva Kulturreise führte 50 Teilnehmer in die Ewige Stadt und das südliche Latium

Vielfältige Eindrücke in und rund um Rom

Bensheim.Der deutsch-italienische Freundeskreis befindet sich in einer komfortablen Situation: Zum einen weckt die am Trentiner Ufer des Gardasees in eine traumhafte Landschaft eingebettete Partnerstadt Riva mit ihrem kulturellen Umfeld immer wieder aufs Neue Reiselust und Entdeckungsfreude. Andererseits ermöglicht das Eintauchen in die Geschichte des antiken Römischen Reiches viele Facetten kultureller und historischer Wissbegier zu befriedigen. Und so handelte der Verein nur konsequent, Rom – die Ewige Stadt – erneut, diesmal allerdings neben der Region „südliches Latium“, zu Schwerpunkten einer insgesamt 13-tägigen Kulturreise zu machen.

Da die 50-köpfige Reisegruppe vorzüglich in der Nähe des antiken Stadtzentrums untergebracht war, konnten viele Sehenswürdigkeiten Roms zu Fuß erreicht werden, etwa Kolosseum, Forum Romanum als ehemaliges gesellschaftliches, kulturelles, wirtschaftliches und politisches Zentrum, Kaiserforen, die 30 Meter hohe Trajan-Säule mit ihrem Reliefspiralband und das Kapitol, das heute noch Sitz des Stadtparlaments und des Bürgermeisters ist.

Dank der sorgfältigen Planung im Vorfeld der Reise konnte auch exklusiv der Palazzo del Quirinale, der Amtssitz des Staatspräsidenten Matarella, besichtigt werden. Ein Kurzfilm zeichnete dabei die historische und aktuelle Einordnung dieses politischen Machtzentrums mit seinen wertvollen Fresken, erlesenen Gobelins und edlem Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert nach. Nach solchen Insignien staatlicher Macht richtete sich der Blick auf die kirchlichen Monumentalbauten. Natürlich wurden die vier Patriarchalkirchen (Peterskirche, St. Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore, San Paolo fuori le mura) und eine Vielzahl weiterer Kirchen besichtigt, in denen sich überragende Werke der großen Künstler finden – Leonardo, Michelangelo, Bernini, Borromini, um nur einige zu nennen. Auf dem Reiseplan standen aber auch berühmte Tempel, Treppenanlagen, eine ganze Palette berühmter Brunnenensembles sowie ein Besuch im römischen Nationalmuseum.

Das klug geschriebene Drehbuch der Vereinsvorsitzenden Pina Kittel führte die Gruppe nach sechs Tagen Rom, diesem universellen Erinnerungsort, in das von den Touristenströmen noch nicht so frequentierte Umland, das südliche Latium. Zuerst stand ein Abstecher zu den schönsten Wasserfällen Italiens – Cascata delle Marmore – im Umbrien an, ehe man die Villen von Tivoli besuchte: Die außergewöhnlichen künstlerischen Zeugnisse der Villa d’Este und der Villa Adriana, die Großartigkeit der Villa Gregoriana überwältigten durch subtile Verbindung zwischen Architektur und Natur. In den Albaner Bergen folgte auf den Gang durch Castel Gandolfo, der früheren Sommerresidenz vieler Päpste, eine Weinverkostung in Frascati. In Subiaco hatte Benedikt von Nursia die ersten Klöster gegründet und somit die Grundlage des abendländischen Mönchswesens geschaffen. Dazu wurden das Felsenkloster Sacro Speco und Santa Scolastica besichtigt. Der weitere Weg gen Süden führte über die Stadt Palestrina mit ihrem archäologischen Museum nach Anagni. In dieser Stadt, mit dem mächtigen romanischen Dom, residierten mehrere Päpste.

Nach Besuchen in den bezaubernden mittelalterlichen Städtchen Ferentino und Alatri wurde in Sperlonga eingecheckt. Das dortige archäologische Museum mit bedeutenden Statuen-Gruppen mit Episoden aus dem Leben des Odysseus und die Tiberius-Villa beeindruckten, ehe mit Gaeta die südlichste Stadt der Reise erkundet wurde.

Der Vermittler dieser kunsthistorischen Eindrücke und der antiken Gedankenwelten und Zusammenhänge war einmal mehr Georg Drinnenberg – ein „kultureller Marathonläufer“, aus dem die Informationen nur so sprudeln. Heribert Kittel eröffnete mit seinen geografischen und geotektonischen Anmerkungen bei der Gruppe neue Perspektiven, die Ruhe und Schönheit der Landschaft zu erleben und zu verstehen, während Pina Kittel gesellschaftlich-politische Anmerkungen über Land und Leute beisteuerte. Ein weiterer Beitrag beschäftigte sich schließlich mit dem römischen Recht als antikem Kulturgut. So entstand ein eng geknüpftes Netz von Eindrücken, die bei den gemeinsamen Abendessen diskutiert wurden. Am letzten Abend bündelte Anne Zeyer in einer locker-flockigen Rede den Dank der Gruppe an die Protagonisten der Fahrt. Peter J. Zeyer

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