Bensheim

Kunstfreunde Bensheim Konzert mit dem „vision string quartet“ am 19. Januar im Parktheater

Vier Streicher, die für Furore sorgen

Bensheim.Sie spielen ohne Noten und stets im Stehen. Doch nicht nur deshalb sorgen vier junge Musiker aus Berlin derzeit landauf, landab für Furore in den Konzertsälen. „Das ,vision string quartet’ verbindet höchste musikalische Ansprüche mit dem Auftreten einer Rockband“, schrieb der Wiesbadener Kurier über Jakob Encke (Violine), Daniel Stoll (Violine), Leonard Disselhorst (Cello) und Sander Stuart (Viola).

2012 gegründet, hat sich das Ensemble innerhalb kürzester Zeit in der internationalen Streichquartett-Szene etabliert. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit zwischen dem klassischen Streichquartett-Repertoire, ihren Eigenkompositionen und Arrangements aus den Bereichen Jazz, Pop und Rock zu „wandeln“, stellen die vier jungen Musiker derzeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf.

Am kommenden Samstag, 19. Januar, sind die Ausnahmekünstler auf Einladung der Kunstfreunde Bensheim im Parktheater zu Gast. Beginn des Konzerts ist um 20 Uhr.

Die Konzertformate des „vision string quartets“ sind vielseitig: Das Streichquartett, das sich zugleich als Band versteht, spielt in den klassischen Konzertsälen wie Elbphilharmonie, Gewandhaus Leipzig, Tonhalle Düsseldorf und demnächst auch in der Wigmore Hall London. Sie wirken in Ballettkooperationen unter John Neumeier mit, spielen Konzerte im Licht- und Videodesign von Folkert Uhde und andererseits „Dunkelkonzerte“ in völliger Finsternis.

Anfang 2016 gewann das Quartett beim Felix Mendelssohn Bartholdy-Wettbewerb in Berlin den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. Große Wellen schlug der Erfolg beim Concours de Genève im November 2016, der mit dem 1. Preis und allen vier Sonderpreisen spektakulär anmutet. 2018 wurde dem Ensemble mit dem Kammermusikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung einer der höchstdotierten Musikpreise verliehen.

Ihr Kammermusikstudium absolvierten die vier Musiker beim Artemis Quartett in Berlin sowie bei Günter Pichler, dem Primarius des Alban Berg Quartetts, an der Escuela Superior de Música Reina Sofía Madrid. Heime Müller, Eberhardt Feltz und Gerhard Schulz waren weitere Impulsgeber. Zu den Kammermusikpartnern des „vision string quartets“ zählen Jörg Widmann und Eckart Runge.

Highlights der jüngsten Zeit sind die Debüt-Konzerte im Louvre Paris, der Philharmonie Luxemburg und beim Lucerne Festival. Wiederholt zu Gast ist das Ensemble beim Schleswig-Holstein Musik-Festival, den Schwetzinger SWR Festspielen, Rheingau Musik Festival, Heidelberger Frühling oder den Thüringer Bachwochen. Im August 2018 hat das Quartett im Großen Saal der Elbphilharmonie konzertiert. In Planung sind zudem etliche Auslandstourneen – innerhalb Europas sowie zwei nach Asien und eine in die USA.

Beim Konzert in Bensheim dürfen sich die Zuhörer im ersten Teil auf zwei Werke aus dem 20. Jahrhunderts freuen: Zum Auftakt präsentieren die vier Musiker Samuel Barbers 1936 geschriebenes Adagio aus Streichquartett op. 11 – ein Geniestreich, der heute weltberühmt und sogar Teil der Popkultur geworden ist.

Weiter geht es mit dem einzigen Streichquartett Ravels, das nach seiner Entstehung im Jahr 1904 vor allem Kritik erntete. Heute ist das nicht mehr nachvollziehbar: Das Werk steht wie kein zweites seiner Gattung für delikaten Klang, melodische Schönheit und rhythmische Prägnanz. Nach der Pause folgt ein Spätwerk Beethovens: das aus fünf Sätzen bestehende Streichquartett Nr. 15 op. 132 aus dem Jahr 1825.

Zum dritten Mal in der laufenden Saison laden die Kunstfreunde Bensheim die Besucher vor dem Konzert wieder zu einer Einführung in das Foyer des Parktheaters ein. Musik-Experte Hans Hachmann wird ab 19 Uhr auf gewohnt unterhaltsame Weise auf das Programm des Abends eingehen.

Karten für das Konzert gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem im BA-Medienhaus, Telefon 06251/100816, bei der Bücherstube Deichmann sowie online unter www.kunstfreunde-bensheim.de. Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr. red

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