Bensheim

Woche junger Schauspieler Am Sonntag nächste Aufführung

Vom Wahnsinn des Alltags

Archivartikel

Bensheim.Auf der Rückseite von Kassenbons hat der russische Avantgardist Daniil Charms seine Notizen zum Wahnsinn des Alltags gesammelt. Charms, zu Lebzeiten mehrfach verhaftet und in psychiatrische Behandlung zwangsüberstellt, starb 1942 während der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht.

Acht Schauspielstudierende der Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater in Kooperation mit dem Thalia Theater, setzen in ihrer Abschlussproduktion Charms’ Kurztexte in Szenen um – „zwischen Späßen und Schlägen, in Lach- und Schmerzräumen“ (thalia-theater.de). Jörg Pohl, renommierter Schauspieler am Thalia Theater und ab der Saison 20/21 Mitglied des Leitungsteams der Schauspielsparte am Theater Basel, gibt mit dem Stück sein Regiedebüt.

Nach der Uraufführung von „Besiegt am Feld des Lebens“ lobte das Hamburger Abendblatt die Spontaneität und Spielfreude der Darsteller. Mit Liebe zum Detail seien die Szenen erarbeitet und nie rutsche die Groteske in Klamauk ab. Im Rahmen des 30. Schauspielschultreffens am Deutschen Theater Berlin wurde die Aufführung mit einem Ensemblepreis und dem Preis der Studierenden ausgezeichnet. Auch der Untertitel des Stücks „Eine psychedelische Revue“ macht neugierig. Das Bensheimer Publikum darf sich auf abwechslungsreiche, möglicherweise „bewusstseinserweiternde“ 80 Minuten freuen.

Das Stück „Besiegt am Feld des Lebens“ nach Daniil Charms wird am Sonntag (15.) um 19.30 im Rahmen der 25. Woche junger Schauspieler im Parktheater Bensheim aufgeführt. Eine Einführung wird ab 19 Uhr angeboten.

Tilman Arndt, Alexander Götz,

Johannes Schwalbach,

redAKG Bensheim

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