Bensheim

Goldene Hochzeit Alma und Alexander Godmasch sind seit 50 Jahren verheiratet

Von Kasachstan an die Bergstraße

Bensheim.Dass Gastfreundschaft in diesem Haus großgeschrieben wird, das konnte Stadtrat Joachim Uhde bei Familie Godmasch erleben. In seiner Funktion als ehrenamtlicher Stadtrat übermittelte er die Glückwünsche zur goldenen Hochzeit dem Ehepaar Alma und Alexander Godmasch in der Taunusstraße und bekam Eierpfannkuchen mit Kaffee gereicht.

„Da sind Eier von unseren eigenen Hühnern drin“, erzählt der Sohn des Paares Andreas. Und zum Abschied bekamen Joachim Uhde und der Pressevertreter sogar noch Eierpfannkuchen eingepackt.

17 Jahre den BA ausgetragen

In ihrer Nachbarschaft ist das Ehepaar bestens bekannt, denn Alexander Godmasch ist seit vielen Jahren Hausmeister in der Taunusanlage. „Ich war eigentlich schon in Rente“, erzählt er lächelnd, aber als er gebraucht wurde, stand er bereit, um weiter zu helfen.

Die gelernte Buchhalterin Alma Godmasch unterstützt ihren Mann in der Buchhaltung. „Wir haben auch 17 Jahre lang den Bergsträßer Anzeiger ausgetragen“, erzählt das Paar dem Fotografen, der gekommen war, um sie für die Zeitung abzulichten.

Die Voraussetzung für ein glückliches Leben, wie es das Paar mit ihren Kindern in Bensheim führt, war bei ihrer Geburt in der damaligen UdSSR nicht gegeben. Der Vater von Alexander Godmasch kam nach dem Ersten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft, lernte später dort seine Frau kennen und wurde nach Kasachstan verschleppt und der Sonderverwaltung (Kommandantur) unterstellt. Hier kam Alexander 1944 zur Welt.

Seiner späteren Ehefrau Alma erging es ähnlich. Als Tochter eines deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft geriet, kam sie 1950 zur Welt. In Kasachstan lernten sie und Alexander sich kennen.

Am 8. Februar 1968 heiratete das Paar – und es gab stets den Wunsch, in die Heimat ihrer Eltern zurückzukehren. „Wir waren für die Russen immer Ausländer“, so Alexander Godmasch, der davon erzählt, wie die Abstammung beim beruflichen Vorwärtskommen ein Hindernis war.

Im Jahre 1988 erfüllte sich dann endlich der Traum und das Paar durfte nach Deutschland auswandern. Sie wohnten zunächst in einem Übergangsheim und unternahmen einen Ausflug, bei dem sie sich verfuhren. „Wir wollten zurück nach Frankfurt und waren plötzlich in Zwingenberg“, erzählt Alma Godmasch lächelnd.

Begeistert von der Gegend, suchten sie sich zunächst eine Wohnung in Zwingenberg, bevor sie 1992 nach Bensheim in ihr eigenes Haus in der Taunusstraße zogen. „Bensheim ist die schönste Stadt der Welt“, schwärmt Alexander Godmasch über seine Wahlheimat, in der die Familie mittlerweile fest verwurzelt ist. tn

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