Bensheim

Verschwisterung Partnerschaft zwischen Bensheim und Beaune besteht seit 1960 / Jubiläumsfeierlichkeiten mussten abgesagt werden

Vor 60 Jahren ein Fundament der Freundschaft in Beaune gelegt

Archivartikel

Bensheim.Vor 60 Jahren, am 12. Juni 1960, haben die damaligen Bürgermeister von Bensheim und Beaune, Wilhelm Kilian und Roger Duchet, die Partnerschaft zwischen den beiden Städten in Beaune besiegelt – daran erinnern jetzt die Stadt Bensheim und der deutsch-französische Freundeskreis Bensheim – Beaune.

In der Urkunde brachten die Vertreter der beiden Schwesterstädte feierlich zum Ausdruck, „auf allen Gebieten den Austausch unter den Bürgern zu fördern, um durch ein besseres gegenseitiges Verständnis das lebendige Gefühl der europäischen Brüderschaft zu stärken“. Mit einem Blick auf die Zukunft verpflichteten sie sich schon damals, „mit allen unseren Mitteln, dem für den Frieden und die Wohlfahrt der Welt so notwendigen Ziel zu dienen: der Einheit Europas“.

Im September 1960 wurden die Schlüssel der Stadt Bensheim den Beauner Vertretern beim Gegenbesuch im Wappensaal des Dalberger Hofs übergeben. Vorangegangen waren insbesondere Bemühungen von Wilhelm Kilian und einem „der Männer der ersten Stunde“, Ernst-Günther Kolbenach, die auf der Suche nach einer französischen Partnerstadt bereits seit 1954 erste Kontakte mit Beaune pflegten. Nach der Verschwisterung zwischen Mainz und Dijon im Jahr 1958 war es an Bensheim, die Reihe von deutsch-französischen Partnerschaften mit Städten im Burgund fortzusetzen. Weitere Kontakte zwischen Schulgruppen beider Städte folgten schon im Jahr 1955.

„Heute können wir uns die damals geleistete Pionierarbeit zur Schaffung eines Fundaments der deutsch-französischen Freundschaft kaum vorstellen“, sagt der Vorsitzende des Freundeskreises Christoph Draudt. Deutlich waren die historischen Belastungen der Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich vor allem aus der Zeit der Weltkriege wahrnehmbar.

Ein Dank den Vordenkern

So formulierte der einstige Beauner Bürgermeister Henri Moine anlässlich der Erneuerung der Verschwisterung zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1985 seine Gedanken wie folgt: „Heute ist es leicht, über Verschwisterung zu reden. Aber vor einem Vierteljahrhundert musste man es wagen. Ehren wir diejenigen, die den Mut hatten, sie zu planen, daran zu weben und sie aufzubauen.“

Diesen Vordenkern soll auch zum diesjährigen 60-jährigen Jubiläum ein großer Dank für ihre Anstrengungen ausgesprochen werden. Neben den Hauptinitiatoren André Marchand, Roger Duchet, Wilhelm Kilian, Ernst-Günther Kolbenach und Josef Treffert sind dies in der Folge vor allem auch die mittlerweile verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Georg Stolle und Henri Moine, dem 1985 auch das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bensheim verliehen wurde.

Ihre Bemühungen um die Beziehungen zwischen Bensheim und Beaune sind nicht wegzudenken und stehen beispielhaft für die zurückliegende gute Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft und deren Bedeutung für Europa. In der Folge wurde das gegenseitige Versprechen der Verschwisterung anlässlich der Jubiläen in den Jahren 1980, 1985, 1990, 2000 und 2010 jeweils erneuert. Zahlreiche und intensive Begegnungen gab es seitdem auf beiden Seiten und in vielen verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Festlicher Abend war geplant

„Allen Initiatoren der Verschwisterung und allen, die bis heute an der guten Beziehung zu unseren Freunden in Beaune gearbeitet haben und daran arbeiten, gilt mein Dank. Insbesondere unser Freundeskreis sorgt mit seinem kontinuierlichen Engagement dafür, dass unsere Verbindung nach Frankreich von großer Freundschaft und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist“, sagt Bürgermeister Rolf Richter.

Am 13. Juni dieses Jahres war ein festlicher Abend zur Feier dieser langjährigen Freundschaft im Auerbacher Bürgerhaus geplant. Der deutsch-französische Freundeskreis Bensheim – Beaune, der sich seit 37 Jahren um die Erhaltung der Freundschaft mit Beaune bemüht, hatte bereits ein unterhaltsames Rahmenprogramm vorgesehen und Mitglieder sowie Ehrengäste der beiden Partnerstädte und aus den Freundeskreisen der anderen Bensheimer Partnerstädte eingeladen. Im Gegenzug war für Ende Juni bereits alles organisiert für eine Busreise zur Jubiläumsfeier und einem offiziellen Empfang in Beaune mit anschließendem Besuch der Stadt Besançon auf dem Rückweg. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten beide Veranstaltungen nicht stattfinden.

Der Freundeskreis Bensheim-Beaune wird sich darum bemühen, eine Jubiläumsfeier im kommenden Jahr nachzuholen. red

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