Bensheim

Charity-Club Kontinuität und neue Akzente bei den Förderprojekten / Bis zu 30 000 Euro für die Allgemeinheit

Wechsel an der Spitze des Lions-Clubs

Archivartikel

Bergstraße.„Regional und sozial“ – unter diesem Motto will Manfred Rettig „sein“ Lions-Jahr gestalten. Der Lautertaler löste dieser Tage den Bensheimer Unternehmer Jürgen Streit als Präsident des Charity-Clubs ab. Der turnusgemäße Stabwechsel wurde – coronaregelgerecht – auf Abstand vollzogen, markiert aber dennoch keine Zäsur.

Ein Gutteil der Förderprojekte läuft bereits seit vielen Jahren und überdauert auch den Shutdown, der das Clubleben monatelang weitgehend lahmgelegt hat. Keine persönlichen Treffen in Gesellschaft, abgesagte Einnahmen-Aktivitäten und vertagte Selbstläufer wie das Stipendium mit exklusiven Einblicken in die globalisierte Arbeitswelt für zwei Abiturientinnen der fünf Bensheimer Gymnasien: Die Maßnahmen zur Eindämmung der Viruspandemie machten auch beim Lions-Club Bergstraße-Bensheim einen dicken Strich durch die meisten Planungen.

Das soll sich jetzt – und hoffentlich auf Sicht – wieder ändern: mit gewissen Einschränkungen und Unwägbarkeiten zwar, etwa beim Weihnachtsmarkt, aber der Perspektive, dass wieder eine gewisse Normalität Einzug hält. Manfred Rettig und sein Vorstandsteam um Clubsekretär Wolfgang Dams, die Vizepräsidenten Holger Frank und Matthias Seip, Schatzmeister Ralf Vesper und der Fördervereinsvorsitzende Jörg Schmitt gehen jedenfalls zusammen mit den knapp 50 Clubmitgliedern voll motiviert ans Werk.

Als Activity-Budget stehen rund 30 000 Euro für soziale und gesellschaftliche Zwecke zur Verfügung. Beim bloßen Verteilen von Spendenschecks soll es nicht bleiben. Die Lions-Losung „We serve“ – frei übersetzt: Wir wollen helfen – zielt auch darauf ab, dass geförderte Projekte mit Rat und Tat begleitet werden.

Für Menschen in schwieriger Lage

So werden Lions im Frauenhaus Bergstraße selbst zu Farbe und Pinsel greifen, um Zimmer zu renovieren, und mit einer Geldspende die Anschaffung von neuen Möbeln finanzieren. Wie wichtig die Auerbacher Einrichtung ist, führt die Vorsitzende Christine Klein beim Clubabend dieser Tage mit einem Vortrag über Gewalt gegen Frauen vor Augen.

Eine weitere Finanzspritze des Lions-Clubs wird die Wohngemeinschaft für Suchtabhängige in die Lage versetzen, Werkzeuge und Maschinen zur Holzverarbeitung anzuschaffen. Manfred Rettig weiß aus eigener beruflicher Erfahrung, was damit bewirkt werden kann. Sein Elmshäuser Küchenstudio bietet regelmäßig Praktikumsplätze als ersten Schritt zurück ins Erwerbsleben an. In einem Fall führte dies sogar in eine Festanstellung: ein echtes Erfolgsmodell.

Plätzchenbacken und Traubenlese

Gefördert wird auch eine Gruppe bedürftiger Frauen, die unter fachkundiger Anleitung Kleidungsstücke für die ganze Familie selbst nähen. Für die finanzielle Unterstützung revanchieren sich die Selfmade-Schneiderinnen, indem sie Stoffsterne gestalten, die beim Adventsmarkt des Lions-Clubs versilbert werden sollen. Reißenden Absatz finden dann sicher auch wieder die selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen. Um ein reichhaltiges Angebot bieten zu können, wird extra ein Clubabend in die Weihnachtsbäckerei verlagert. „Selbst ist der Mann“ heißt es auch im Herbst, wenn in einem Bensheimer Wingert die Trauben für einen exklusiven Lions-Wein gelesen werden – auch dies für einen guten Zweck.

Schulprojekte

Fortgeführt werden altbekannte Aktivitäten wie das Weiterbildungsprogramm LionsQuest für Lehrer. Ziel ist es, Jugendliche widerstandsfähiger gegen Sucht- und Drogenabhängigkeit, Suizidgefährdung und Gewaltexzesse zu machen.

Das Grundschulprojekt „Klasse 2000“ soll frühzeitig Medienkompetenz im Umgang mit digitalen Angeboten vermitteln. Unterstützt wird auch das Sonderprojekt „Lego-Digitalisierung“ an der Bensheimer Kirchbergschule. Hier tasten sich Förder- und Grundschüler gemeinsam an technische Neuerungen in der realen und digitalen Welt heran.

Kindern mit Behinderung kommt das heiltherapeutische Reiten zugute, das der Lions-Club seit vielen Jahren bezuschusst. Finanziell unterstützt wird auch das Programm „Demokratie lernen“ der Geschwister-Scholl-Schule. Es umfasst Sozial- und Gesundheitsförderungsprojekte, vermittelt „Europa zum Anfassen“ und beinhaltet Kinobesuche zur politischen Bildung.

Ein stattlicher Betrag steht auch wieder für Weihnachtsgeschenke für die Kinder der Bensheimer Tafel zur Verfügung. Das Stipendium „Globalisierte Arbeitswelt“ dagegen fällt diesmal coronabedingt aus. red

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