Bensheim

Stadtverordnetenversammlung CDU-Mitglied legt Mandat nieder / Seit 2006 dabei

Weißmüller verabschiedet sich

Archivartikel

Bensheim.Die CDU-Fraktion und damit die Stadtverordnetenversammlung verliert einen jungen und engagierten Kommunalpolitiker: Marco Weißmüller erklärte am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtparlaments im Kolpinghaus, dass er zum 31. Juli sein Mandat niederlegen wird.

Weißmüller zog nach der Kommunalwahl 2006 im Alter von 21 Jahren in die Stadtverordnetenversammlung ein. „Damals der Jüngste, heute zähle ich zu dem Viertel hier im Gremium, welches am längsten mit an Bord ist.“ Er blicke gerne auf viele positive Dinge und Erreichtes für Bensheim zurück. Dazu zählte er die Ansiedlung eines modernen Kinos, den Nahversorger für das Hemsbergviertel, die Ausweisung von Stubenwald II „und somit Platz für weitere Arbeitsplätze“ sowie den Hessentag.

Als Niederlage in den vergangenen 13 Jahren wertete er den fehlgeschlagenen Neubau eines und die damit verbundene Sanierung des alten Bürgerhauses. „Aus meiner Sicht keine gute Entscheidung“, betonte Weißmüller, der sich in dieser Angelegenheit immer konsequent positioniert und gegen die Modernisierung des 70er-Jahre-Baus gestimmt hatte – zuletzt als einer der wenigen in seiner Fraktion.

Seinen Rückzug begründete der Diplom-Betriebswirt mit fehlender Zeit. Er habe ein Studium aufgenommen, das ihn seit Herbst und noch weitere 14 Monate neben seinem Vollzeitjob auf Trab halte. „Es fehlt die Zeit für meine Frau, meine Familie und Freunde“, bedauerte der 34-Jährige.

Politik-Stil hat sich verändert

Zudem habe er festgestellt, dass sich in den vergangenen 13 Jahren auch in Bensheim so manches geändert habe in der Art, Politik zu machen und mit Politik umzugehen. Vieles aus seinem Empfinden nach nicht zum Positiven. „Gestatten Sie mir an dieser Stelle folgende Bemerkung: Mutig ist nicht der, der sich mutig nennt. Mutig sind die, die Bensheim mit guten Ideen und konstruktiven Vorschlägen, wie zum Beispiel das Bürgernetzwerk, zukunftsfähig machen wollen.“ Weißmüller bedankte sich für den Respekt, der ihm zuteil wurde während seiner Zeit im Stadtparlament. Den Austausch mit Kollegen, „die heute noch immer hier sind oder leider nicht mehr unter uns weilen oder das Parlament verlassen mussten, werde ich in guter Erinnerung behalten.“

Sein Rückzug aus dem Gremium hat allerdings keine Auswirkungen auf einen weiteren Posten, den der Christdemokrat begleitet. In seiner Funktion als Ortsvorsteher von Bensheim-Mitte werde er weitermachen. Und so ganz schlug er die Tür für ein erneutes Engagement ohnehin nicht zu. „Vielleicht sieht man sich irgendwann im Stadtparlament mal wieder“, kündigte er an.

Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert bedauerte die Entscheidung. „Wir lassen Dich nur ungern gehen. Ich wünsche Dir auf Deinem weiteren Weg alles Gute.“ Wer als Nachrücker die Reihen der CDU wieder schließt, steht offiziell noch nicht fest. Erster Anwärter wäre Feridun Bahadori, der nun vom Parlamentarischen Büro angefragt wird. dr

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