Bensheim

Öko-Börse Bei der zweiten Aktion ging es um „Zero Waste“

Wie man Müll im Alltag vermeidet

Bensheim.Die Öko-Börse Bensem hatte zu ihrer zweiten Aktion zum Austausch und zur Information in die Fußgängerzone Bensheim eingeladen, dieses Mal zum Thema „Müll vermeiden im Alltag“. Auf die Frage, was einzelne Bürger schon tun, um weniger Müll zu produzieren, gab es viele gute Ideen und Tipps, die in kurzen Interviews zu hören waren und an einem Plakatständer als Ideenbörse gesammelt werden konnten.

Eigene Behälter mitbringen

Ganz oben in der Liste steht laut Öko-Börse der „Unverpackt“-Laden in Lorsch, wo man mit seinen eigenen Behältern fair gehandelte Bio-Lebensmittel (alles außer Frischware) und auch Hygieneartikel einkaufen kann. Aber auch in einigen Supermärkten, bei Einzelhändlern und Take-away-Filialen sei es mittlerweile möglich, seine eigenen Behältnisse mitzubringen.

Die Devise laute Stofftasche statt Papiertüte, Netzbeutel statt Plastiktüte, Tupperdose oder Mehrwegglas statt Einweg-Plastik. „Zero Waste“ liege im Trend und sei für viele ein Ansporn, möglichst müllarm zu leben, so die Öko-Börse. Mit der steigenden Nachfrage vergrößere sich auch das Angebot an verpackungsfreien Waren in der Region.

Ratschläge für Neueinsteiger

Tipp der Öko-Börse für alle Neueinsteiger: Immer Taschen und Behälter dabei haben oder den Einkauf rechtzeitig planen. Und wenn schon Plastik, dann gehöre es in den Wertstoffsack, auch wenn die Recyclingquote momentan erst bei etwa 50 Prozent liege. Der Rest werde immerhin als Brennstoff in der Zementindustrie verwendet, da er weniger schadstoffbelastet sei als Restmüll.

Eine noch nachhaltigere und verpackungsfreie Art des Einkaufens biete eine Mitgliedschaft in der solidarischen Landwirtschaft – wie etwa beim Gemüsegarten Hoxhohl: Man kauft einen Anteil für ein Jahr und erhält einmal die Woche frisches, saisonales Bio-Gemüse an eine Abholstation in Bensheim geliefert.

Geht es um Gegenstände des täglichen Gebrauchs, ist es wichtig, dass diese Dinge möglichst lange genutzt werden: Defektes könne oft selbst oder im Repair-Café Bergstraße repariert werden, Gebrauchtes kann auf Flohmärkten, bei Tauschbörsen oder über Kleinanzeigen ein- und verkauft werden.

Putzmittel selbst herstellen

Eine weitere Möglichkeit, Verpackungsmüll zu sparen, ist die eigene Herstellung von Putz-, Haushaltsmitteln und Kosmetika. Essigreiniger, Scheuerpulver, Deospray und Hautöle ließen sich einfach selbst herstellen, so die Öko-Börse– Spezialreiniger seien meist überflüssig. Die Zutaten gebe es in Unverpackt-Läden oder in der Apotheke in Glasflaschen. Im Internet finden sich unzählige Rezepte.

Außerdem konnten am Stand der Öko-Börse nochmals Unterschriften für die Bundestags-Petition „Klimaschutzgesetz Jetzt!“ von Parents For Future abgegeben werden. Mit über 70 000 Stimmen wurde sie Anfang dieser Woche zu einer der erfolgreichsten zehn E-Petitionen seit deren Einführung im Jahr 2005.

Lokale Aktivitäten

Die Öko-Börse hat zum Ziel, lokale Aktivitäten gegen den Klimawandel und für eine nachhaltigere Welt sichtbar zu machen. Es gebe in Bensheim viele Gruppen, Vereine und auch Einzelpersonen, die bereits aktiv sind zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Mit öffentlichen Aktionen in der Bensheimer Innenstadt sollen diese positiven Beispiele als Anregung für andere Menschen sichtbar gemacht werden.

Initiativen und Personen, die ihre Aktivitäten an einem Samstagvormittag vorstellen möchten, können sich bei der Öko-Börse melden. Auch die neue Webseite soll gute Beispiele sichtbar machen (oekoboersebensem.home.blog). red

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