Bensheim

Kunstfreunde Bensheim Linus Roth und José Gallardo am 12. Oktober im Parktheater / Werke von Brahms, Weinberg und Beethoven

Wiedersehen mit zwei Publikumslieblingen

Bensheim.Zwei „alte Bekannte“ und Publikumslieblinge bestreiten das nächste Konzert im Rahmen der Kammermusikreihe der Kunstfreunde Bensheim: Linus Roth (Violine) und José Gallardo (Klavier) sind am Samstag, 12. Oktober, 20 Uhr, im Parktheater zu Gast. Schon zweimal standen die beiden gemeinsam auf der Bühne in Bensheim – in den Jahren 2010 und 2013 – und wurden vom Publikum begeistert gefeiert. Roth konzertierte außerdem 2014 als Solist gemeinsam mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen im Parktheater. Jetzt freuen sich die Kunstfreunde, die beiden erneut begrüßen zu dürfen.

Seit der Auszeichnung mit dem Echo Klassik als „Bester Nachwuchskünstler 2006“ gehört Linus Roth (geboren 1977 in Ravensburg) zu den interessantesten Geigern seiner Generation und hat sich nicht nur mit dem Standardrepertoire, sondern auch mit der Wieder- oder Neuentdeckung zu Unrecht vergessener Werke einen internationalen Namen gemacht.

Stradivari aus dem Jahr 1703

Im Jahr 2017 erhielt er einen weiteren Echo Klassik – für seine CD mit dem London Symphony Orchestra unter Thomas Sanderling. Als Solist trat Linus Roth mit namhaften Orchestern auf. Als leidenschaftlicher Kammermusiker stand er unter anderem mit Nicolas Altstaedt, Gautier Capuçon, Nils Mönkemeyer oder Danjulo Ishizaka auf der Bühne. Eine jahrelange Zusammenarbeit verbindet ihn mit José Gallardo.

Nachdem Linus Roth die Vorklasse von Prof. Nicolas Chumachenco an der Musikhochschule Freiburg besucht hatte, studierte er zuerst bei Prof. Zakhar Bron. Darauf folgten mehrere Studienjahre bei Prof. Ana Chumachenco an den Musikhochschulen Zürich und München. Während seiner Studienzeit war er außerdem Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung. Im Oktober 2012 wurde Roth auf eine Professur für Violine an das „Leopold-Mozart-Zentrum“ der Universität Augsburg berufen. Vom 31. Mai bis 8. Juni 2019 war er künstlerischer Leiter des 10. Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart. Linus Roth spielt die Stradivari „Dancla“ aus dem Jahr 1703.

José Gallardo wurde 1970 in Buenos Aires in Argentinien geboren. Schon in jungen Jahren begann er mit Klavierunterricht, zunächst in Buenos Aires am Konservatorium. Später setzte er sein Studium bei Prof. Poldi Mildner im Fachbereich Musik der Universität Mainz fort. 1997 erhielt er sein Diplom. Während dieser Zeit entdeckte er seine Liebe für Kammermusik.

Er hat zahlreiche nationale und internationale Preise erhalten und konzertiert im In- und Ausland in Konzerthäusern wie der Berliner Philharmonie, der Tonhalle Zürich, der Musikhalle Hamburg, dem Kurhaus Wiesbaden, dem Teatro della Pergola Florenz und der Wigmore Hall London.

Von 1998 bis 2008 war José Gallardo als Dozent im Fachbereich Musik der Universität Mainz tätig. Seit Herbst 2008 ist er im Rahmen des „Interdisziplinären Forums für künstlerische Interpretation“ am Leopold-Mozart Zentrum, Universität Augsburg, tätig.

Mit besonderem Interesse widmet sich Linus Roth seit vielen Jahren dem Schaffen des polnisch-jüdischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919 bis 1996), von dem in Bensheim eine Violinsonate zu hören sein wird. Der vor den Deutschen in die Sowjetunion geflohene polnische Komponist wäre am 8. Dezember 100 Jahre alt geworden. Linus Roth hat – unter anderem mit der Gründung der International Weinberg Society – maßgeblich dazu beigetragen, dass dies gebührend gefeiert wird. Sein umfangreiches Werk wird seit seinem Tod auf Neue erschlossen.

Kreutzer-Sonate als Höhepunkt

Im Parktheater steht am kommenden Samstag Weinbergs Violinsonate Nr. 1 op. 12 aus dem Jahr 1943 auf dem Programm. Den Auftakt macht die Violinsonate Nr. 3 d-moll op. 108 von Brahms. Im zweiten Teil des Abends erklingt dann Beethovens berühmte Kreutzer-Sonate (Violinsonate Nr. 9 A-Dur op. 47). Als Sinnbild einer virtuosen Konzertsonate überstrahlt sie seit mehr als zwei Jahrhunderten alle Konkurrenten. Ihr Furor inspirierte Peter Tschaikowsky zu einer Orchesterfassung, Leo Tolstoi zu einem Roman, Leo Janácek zu einem Streichquartett und Friedrich Dürrenmatt zu einer Mords-Geschichte.

Karten für das Konzert gibt es bei bekannten Vorverkaufsstellen, in Bensheim bei der Bücherstube Deichmann sowie online unter www.kunstfreunde-bensheim.de. Die Abendkasse öffnet um 19.15 Uhr. red

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