Bensheim

Stadtparlament CDU-Fraktionschef wehrt sich gegen Äußerungen der „mutigen Bürger“ und Anschuldigungen in Leserbriefen

Woißyk: Wir werden hier kriminalisiert

Archivartikel

Bensheim.Für die Bensheimer Stadtverordneten und Entscheidungsträger sind es sicherlich keine einfachen Zeiten. In den vergangenen Monaten sahen sie sich aufgrund ihrer Entscheidungen und Überlegungen öfter heftiger Kritik aus der Bevölkerung ausgesetzt – was grundsätzlich nichts Neues ist und was man als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker bis zu einem gewissen Grad aushalten muss.

Grenze ist überschritten

In einer persönlichen Stellungnahme in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Schönberg/Wilmshausen verdeutlichte allerdings CDU-Fraktionschef Markus Woißyk, dass für ihn die Grenze des Zumutbaren überschritten ist.

„Wir werden öffentlich kriminalisiert, indem man uns Gewalt, Menschenverachtung, Willkür sowie persönliche Bereicherung unterstellt. Attribute, die man gegenüber Diktaturen und Militärregimen verwendet“, spielte er auf Aussagen der „mutigen Bürger“ um Initiator Edbill Grote an. Diese hätten „jegliche Form des anständigen Umgangs“ verlassen.

So etwas dürfe man nicht akzeptieren. „Wir müssen solchen Umgangsformen, wie sich zuletzt in Leserbriefen, Pressemitteilungen oder E-Mails aufkamen, entschieden entgegentreten“, forderte Markus Woißyk.

Würden Stadtverordnete, Fraktionen, Parteien oder Wählergemeinschaften dieses Vokabular gegenüber Bürgern verwenden, „wäre die Empörung unendlich groß und wir würden zurecht öffentlich an den Pranger gestellt werden“. Allerdings würden die Personen, die sich in den letzten Wochen entsprechend geäußert hätten, „als angebliche Vorbilder unserer Gesellschaft salonfähig gemacht“, kritisierte der Fraktionsvorsitzende. Genau das sprach er ihnen aber ab. Solche Menschen könnten in unserer Gesellschaft keine vorbildliche Rolle einnehmen.

Wenn er dann noch den Satz „Wir sind das Volk“ lese, „bekomme ich Brechreiz, wenn ich daran denke, wo dieser momentan zu hören ist“. Er verurteile diese Art der Diskriminierung auf das Schärfste. Seinen Kollegen in der Stadtverordnetenversammlung attestierte er, dass sie die eigentlichen Mutbürger seien. „Sie haben sich zur Wahl gestellt, ein ehrenamtliches Mandat angenommen, setzen sich in Ihrer Freizeit für Bensheim ein, entscheiden in den städtischen Gremien – und lassen sich dafür zum Dank öffentlich beschimpfen“, meinte Woißyk.

Man müsse gemeinsam daran arbeiten, dass solche Umgangsformen „von uns nicht akzeptiert werden“, schloss der Christdemokrat seine Erklärung, für die es am Donnerstagabend Beifall aus allen Fraktionen gab. dr

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