Bensheim

Schillerschule Dritter Bauabschnitt im Außenbereich kurz vor der Fertigstellung / Förderverein benötigt finanzielle Unterstützung

Zehn Tonnen Holz fürs Spielgelände

Auerbach.Schule ist heute weitaus mehr als ein Ort der Bildung und Qualifikation. Schülerinnen und Schüler verbringen inzwischen den größten Teil des Tages an der Schule und das macht die Schule über den Lernort hinaus auch zum Lebensort. Will man sich hier auf Dauer wohlfühlen, müssen neben dem pädagogischen Auftrag auch die Rahmenbedingungen und das Umfeld stimmen, denn letztlich tragen auch sie zur Motivation am Lernen bei.

Mit der Gestaltung eines Abenteuer- und Naturspielbereiches auf dem zur Jacob-Löhr-Straße ausgerichteten Gelände der Schillerschule wurde diesem Bedürfnis Rechnung getragen.

Gemeinsam Hand angelegt

Nach drei Jahren Planung und abschnittsweiser Realisierung steht dieses Projekt jetzt vor seiner Fertigstellung. Am Mittwoch waren zum dritten Mal Schüler der Integrationsklasse der Metzendorf-Schule mit Sozialpädagoge Thorsten Mäncher zusammen mit Schülern der neunten Klasse der Schillerschule vor Ort, um gemeinsam Hand anzulegen und letzte Arbeiten zu vollziehen.

Mit vor Ort war Katja Knoch, Vorsitzende des Fördervereins und ehemalige Mutter an der Schillerschule, die das Projekt von Anfang an begleitet. „Ohne sie hätte das nicht funktioniert“, verdeutlichte der stellvertretende Schulleiter Arndt Neumann.

So sehr Katja Koch von dem von den Kindern und der ganzen Schulgemeinde hoch geschätzten Projekt überzeugt und von der dabei geleisteten Gemeinschaftsaktion vieler Beteiligter begeistert ist, treibt sie im Augenblick aber eine finanzielle Sorge um. Während die Finanzierung der ersten beiden Bauabschnitte durch Kreiszuschuss, Großspenden und Rücklagen des Fördervereins finanziert werden konnten, versiegte beim letzten Bauabschnitt das Spendenaufkommen, so dass noch etwa 10 000 Euro fehlen.

„Wir sind dringend auf der Suche nach finanzieller Unterstützung“, ist Katja Knoch jeder Betrag willkommen. Dabei nutzt sie auch das Internet und hat das Projekt auf der Crowdfunding-Plattform „betterplace.org“ angemeldet. Seinen Ursprung hat das Abenteuer- und Naturspielgelände an der Schillerschule im Jahr 2012 im Rahmen einer Planungswerkstatt.

Große Seillandschaft zum Start

Unter der Schirmherrschaft des damaligen Landrates Matthias Wilkes wurde von Landschaftsarchitekt Schelhorn unter Beteiligung der Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Schulträger und Hausmeister eine Planung erarbeitet und einzelne Gestaltungselemente zwischen 2013 und 2015 sukzessive umgesetzt.

Dazu gehörten beispielsweise das Aufstellen von Bänken und die Montage von Sitzauflagen auf den Stufen vor dem Betreuungsgebäude, das Anlegen eines Volleyballfeldes, die Renovierung des Barfußpfades, die Renaturierung und Neugestaltung des Teiches oder das Aufstellen eines Outdoorkickers.

Die Gestaltung des großen Bewegungsbereiches in drei Bauabschnitten auf dem westlichen Schulgelände begann 2015 mit der Detailplanung durch Markus Strüver von „natur concept design“ in Fischbachtal. Als Bauleiter hat er das Projekt in den vergangenen drei Jahren begleitet und zusammen mit ehrenamtlichen Helfern der Metzendorf-Schule und der Schillerschule realisiert.

Begonnen wurden die Arbeiten dann 2016 mit der Errichtung einer großen Seillandschaft. Die Unterstützung war vielfältig und ehrenamtlich: Richard Kippel aus der Elternschaft der Schillerschule bereitete mit seinem Bagger die nötige Fläche vor, sieben Mitarbeiter der Auerbacher Firma Sanner sowie 14 Azubis von Dentsply Sirona unter Aufsicht von Lehrer Markus Schmitt waren mit Arbeitseinsätzen ebenso beteiligt wie 14 Angestellte der Deutschen Bank Frankfurt im Rahmen der „Social Days“. Eltern halfen bei Seil- und Holzarbeiten.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres folgte dann der zweite Bauabschnitt mit der Errichtung eines Kletterpodestes und Stelzen im Sandbereich. Auch hier waren wieder Mitarbeiter der Deutschen Bank im Rahmen eines „Social Days“ und die Integrationsklasse der Metzendorfschule beteiligt. Im Rahmen der Aktion „Plant for the Planet“ wurden im Dezember eine Linde und eine Trauerweide gepflanzt. Der dritte und letzte Bauabschnitt startete im April mit dem Bau einer urigen Holzhütte auf dem Hügel. Er ist durch Brücke und Stelzen mit dem Kletterturm verbunden. Ersetzt und neu angeordnet wurden die in die Jahre gekommenen Reckstangen, und um die große Kastanie entstanden ein Sitz- und Liegepodest sowie diverse Sitzgelegenheit auf Baumstämmen, was diesen Platz im Sommer zu einem wunderbaren Außenklassenzimmer macht. Auch in diesem Abschnitt leistete das Projekt durch die Einbindung der InteA-Klassen (Integration und Anschluss) der Metzendorf-Schule erneut einen Beitrag zur Integration. Azubis des ersten Lehrjahres von Sirona waren mit ihrem Ausbildungsleiter Reinhard wieder mit von der Partie. Nicht vergessen wurde auch Wolfgang Schmidt, Großvater eines Grundschülers, der eigentlich immer vor Ort war.

Eine interessante Zahl hatte Markus Strüver parat: Insgesamt wurden zehn Tonnen Robinienholz aus dem Odenwald auf dem Abenteuer- und Naturspielgelände verbaut.

Info: Wer das Projekt unterstützen möchte, kann hier spenden: www.betterplace.org/p62516

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