Bensheim

Bürgerhilfe Vortrag über Gespräche zwischen den Generationen

Zuhören und ernstnehmen

Bensheim.Was lässt Gespräche zwischen Alt und Jung in Zeiten von Veränderung und Beschleunigung gelingen? Welche Zutaten sind nützlich, welche eher hinderlich? Diesem Thema widmete sich die Bürgerhilfe Bensheim, Verein für Hilfe auf Gegenseitigkeit, mit einem Vortrag ihres Mitglieds, Marion Schirling, Supervisorin und Coach.

Nach Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorsitzenden der Bürgerhilfe, Franz Apfel, lenkte die Referentin den Fokus auf die Mitverantwortung der älteren Generation für gelingende Gespräche und fragte, welche Kompetenzen und Gesprächsformen wirksam sein können, um den Dialog zwischen den Generationen zu fördern.

Beginnend mit dem Beispiel eines misslungenen Gesprächs zwischen Alt und Jung, zeigte sie auf, welche Faktoren eher hinderlich sein können. Es sind dies vor allem atemlose Monologe, Unterbrechungen des Gegenübers, wiederholte Berichte und Geschichtchen aus der Vergangenheit, Belehrungen und Selbstdarstellungen.

Während sich Senioren in ihren Gesprächen mit Jüngeren zumeist Anerkennung für ihre Lebensleistung wünschen, fühlen sich die Jüngeren mit ihren Themen und ihrer aktuellen Lebenswelt von den Älteren meist nicht ernst genommen. Um miteinander ins Gespräch zu kommen – so die Referentin Marion Schirling –, sei es jedoch wichtig, den jüngeren Gesprächspartnern wertschätzend, vorurteilsfrei und offen zu begegnen. Dabei sei die Kunst des guten Zuhörens unerlässlich. Offenheit und Interesse für Neues bedinge auch, dafür zu sorgen, dass Zeit und Raum geschaffen werden, so dass die Gespräche nicht zwischen Tür und Angel stattfinden. Gute Kommunikation bedeutet nicht, dass die eigenen Werte zurückgestellt oder aufgegeben werden müssen. Lebenserfahrung, wenn sie vorurteilsfrei und ohne Belehrung geäußert wird, kann Anlass für viel Interesse und Verständnis zwischen Jung und Alt sein. Wenn darüber hinaus auch von den Älteren immer wieder die Überprüfung eigener festgefahrener Grundmuster gewagt wird, verbunden mit dem Mut, sich selbst eigenes Nichtwissen einzugestehen, können wichtige Grundpfeiler im Verständnis zwischen Alt und Jung entstehen.

Von diesen Grundpfeilern profitieren beide Generationen. Vor allem für die Älteren können sie von großem Nutzen sein, denn sie tragen nicht nur zum Erhalt geistiger Fitness bei, sondern auch zur lebendigen Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander. red

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