Bensheim

Museum Vortrag von Oliver Sukrow über die Integration des kulturellen Erbes und den „deutsch-deutschen Bilderstreit“

Zum Umgang mit der Kunst der DDR

Bensheim.28 Jahre nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung reißen die Diskussionen um das Erbe der DDR nicht ab. Zuletzt zeigten die heftigen Kontroversen um die Präsentation bzw. Nicht-Präsentation von Kunstwerken aus der DDR im Dresdner Albertinum, dass dieses Thema nach wie vor gesellschaftliche, politische und soziale Brisanz besitzt.

Im Hintergrund geht es nicht zuletzt aber auch um die wissenschaftliche Frage, wie eine Integration des kulturellen Erbes der DDR in die Geschichte der deutschen Nachkriegszeit aussehen kann. Am Donnerstag (11.) beschäftigt sich Oliver Sukrow im Museum Bensheim mit der Frage: „Welche Bilder welcher Moderne? Zum Umgang mit der Kunst der DDR seit 1990“. Der Vortrag zeichnet die Entwicklungslinien der Diskussionen um die Kunst aus der DDR im wiedervereinigten Deutschland anhand von Episoden des sogenannten „deutsch-deutschen Bilderstreits“ nach.

Er wird dabei sowohl auf bedeutende Ausstellungsvorhaben, auf Akteure sowie auf die Konjunkturzyklen der Beschäftigung mit der Kunst „des anderen Deutschlands“ eingehen. Die Einbeziehung von Fallbeispielen aus den Architekturdebatten der letzten drei Jahrzehnte macht zudem deutlich, wie eng die Debatten um die Erinnerungskultur mit den jeweils aktuellen politisch-sozialen Kontexten sind. Die historische Bestandsaufnahme zum Bilderstreit wird mit einem Ausblick auf künftige Perspektiven der Auseinandersetzung mit der Kunst der DDR enden und für eine Veränderung der Debattenlage plädieren.

Oliver Sukrow arbeitet seit 2016 als Universitätsassistent an der Abteilung Kunstgeschichte am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege der TU Wien. Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Greifswald, Salzburg und Colchester doktorierte er von 2012 bis 2016 am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.

Von 2014 bis 2016 war er Stipendiat des Landes Baden-Württemberg am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. Seit 2010 engagiert er sich in der Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung Berlin. Zu seinen Forschungs- und Publikationsschwerpunkten zählen die Architektur- und Kunstgeschichte der DDR, die Ideengeschichte der Utopie und Fragen der Verbindung von Kultur und Technologie seit dem 19. Jahrhundert. Ende Oktober wird seine Dissertation unter dem Titel „Arbeit. Wohnen. Computer – Zur Utopie in der bildenden Kunst und Architektur der DDR der 1960er Jahre“ bei Heidelberg University Publishing erscheinen.

Der Vortrag beginnt am Donnerstag (11.) um 19 Uhr im Museum. Veranstalter sind das Kunstarchiv sowie die Felsberg-Akademie. red

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