Bergstraße

Medizin Krankenkasse hat Daten des Robert-Koch-Instituts für die Region ausgewertet / Auch erwachsene Menschen können erkranken

26 Windpocken-Infektionen gab es 2019 im Kreis

Bergstraße.Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Bergstraße 26 Infektionen mit Windpocken registriert. Ein Jahr zuvor waren es 33 Erkrankungen und im Jahr 2017 wurden 40 Infektionen gezählt.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr in Hessen 1196 Fälle (2018 waren es 1032, 2017 wurden 1120 registriert). Dies teilt die IKK classic mit, die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ausgewertet hat.

Die Ansteckung erfolgt über den „Wind“: Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst und sind hochansteckend. Daher stammt auch die Bezeichnung: „Das Virus kann leicht über die Luft – mit dem Wind – einige Meter weit übertragen werden. Häufig reicht der Aufenthalt mit einer infizierten Person im gleichen Raum für eine Ansteckung aus“, erklärt Wolfgang Gsell, Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse IKK classic. Typisch für die Erkrankung sind leichtes Fieber und stark juckender Hautausschlag mit runden oder ovalen, roten Flecken. Diese verteilen sich über den gesamten Körper und bilden kleine Blasen, die aufplatzen können.

Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist komplikationslos und dauert etwa sieben bis zehn Tage an. Gefährlich ist eine Ansteckung für Neugeborene, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Auch Erwachsene, die nicht geimpft sind oder keine Windpocken als Kind hatten, können sich anstecken. Bei ihnen ist der Krankheitsverlauf häufig schwerer und kann durch eine Lungen- oder Hirnhautentzündung zu Komplikationen führen.

Hohe Impfquote

Seit dem Jahr 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Windpocken allen Kindern im Alter von 11 bis 14 Monaten (erste Impfung) und 15 bis 23 Monaten (zweite Impfung). Erfolgte die Impfung nicht im empfohlenen Alter, kann sie nachgeholt werden. „In Hessen wird die Impfung insgesamt gut angenommen, fast 90 Prozent der Kinder sind zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung gegen Windpocken geimpft“, sagt Gsell.

Nach RKI-Angaben hat die Windpockenimpfung in Deutschland zu einem großen Rückgang der Erkrankungszahlen und Krankenhausbehandlungen geführt. red

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