Bergstraße

Zuwendung Finanzielle Unterstützung kam bei einer Vortragsveranstaltung mit Christoph Butterwegge zusammen

850-Euro-Spende für Bensheimer Tafel

Archivartikel

Bergstraße.Die Bensheimer Tafel erhielt jetzt eine Spende in Höhe von 850 Euro. Zusammengekommen war der Betrag bei einem Vortrag von Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge im Juli in Bensheim. Dazu eingeladen hatte Attac Bergstraße. Mitveranstalter und Spender waren das Nord-Süd-Forum, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaften, der DGB Bergstraße und das Bürgerkomitee. Dazu kamen spontane Spenden der 150 Zuhörer.

Bei der Spendenübergabe erklärte Josef Rummel den Anwesenden von Attac Bergstraße – Otto Merkel, Julia Ramb und Birgit Rinke –, wie die Tafel funktioniert. Mit zwei Kühlwagen werden Lebensmittelspenden von circa 50 Supermärkten, Bäckereien und Metzgereien in Bensheim und Umgebung abgeholt. Die Waren wurden in den Geschäften aussortiert, weil sie nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum oder kurz darüber sind.

Die ehrenamtlichen Helfer prüfen nach Ankunft sämtlicher Waren bei der Tafel peinlich genau, ob diese noch einwandfrei und verzehrfähig sind. Alles andere wird sofort entsorgt. „Die Kühlwagen und die Entsorgung sind unsere größten Kostenpunkte“, führte Hedwig Hillenbrand, Schatzmeisterin der Tafel, aus. Die über 200 Helfer, die die Ware abholen, sortieren und verteilen, arbeiten alle ehrenamtlich. Diese dürfen sich auch nicht an den gespendeten Waren bedienen. Das ist streng geregelt.

Nur Personen mit Bedürftigkeitsnachweis bekommen einen Ausweis für die Abholung. Zurzeit kommen circa 150 bis 180 Personen zweimal wöchentlich zur Warenausgabe. Häufig sind es Alleinerziehende, Menschen mit ALG 1 oder 2, Asylbewerber und zunehmend Rentner. Sie zahlen einen symbolischen Betrag von einem Euro und werden entsprechend der Verfügbarkeit bedient.

Otto Merkel, Vorsitzender von Attac Bergstraße, erklärte: „Es ist eine Schande, dass in einem so reichen Land wie Deutschland eine solche Initiative benötigt wird. Attac versucht auf zivilgesellschaftlicher Basis der Politik, den Anstoß für eine gerechtere Verteilung der Steuern zu geben. Auf Dauer müssen die Reformen der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts revidiert werden.“

Josef Rummel ist besonders über die ansteigende Anzahl an Senioren besorgt, die wegen ihrer niedrigen Renten auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind. „Das Modell einer Bürgerversicherung, wie in der Schweiz schon lange üblich, wäre doch auch in Deutschland möglich. Dort zahlen alle Erwerbstätigen in eine nationale Rentenkasse ein. Wer viel verdient, zahlt viel, Geringverdiener zahlen natürlich weniger ein. Die ausgezahlte Rente wird aber bei den Gutverdienenden zugunsten der Geringverdiener nach oben gedeckelt, weshalb die unteren Renten angehoben werden können. Dies stellt einen echten Sozialausgleich dar.“

Birgit Rinke, Finanzverantwortliche von Attac Bergstraße, übergab die Spende an Hedwig Hillenbrand. Sie freute sich: „Da wir eine private Initiative sind und keinerlei staatliche Unterstützung erhalten, können wir das Geld gut gebrauchen.“ red

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