Bergstraße

BA-Natürlich Klimabrunch als Appell für bewusstere Ernährung

Ökologische Effekte: Das Klima isst mit

Archivartikel

Bergstraße.Im Rahmen der Reihe BA-Natürlich gab es die Premiere eines „Klima-Brunch“ im Naturschutzzentrum Bergstraße (NZB, wir berichteten).

Gerhard Eppler, Vorsitzender des NZB-Beirats, Biologe und Naturschützer, erläuterte an der Erlache: Lange Transportwege schmälern den Öko-Effekt. Importe verbrauchen Treibstoff und pusten reichlich Schadstoffe in die Luft. Mehr Kohlendioxid (CO2) entsteht und verstärkt die Klimaerwärmung.

Auch viele Bio-Produkte stammen aus entfernten Gegenden der Welt. Die positive Wirkung einer ökologischen Landwirtschaft wird aber relativiert, wenn die Produkte anschließend über tausende Kilometer zum Kunden verfrachtet werden. Aus ökologischen Gesichtspunkten sei es deshalb sinnvoll, sich vorwiegend von Lebensmitteln aus der Region zu ernähren, so Eppler.

Bei regionalem Obst und Gemüse betragen die Emissionen durch den Transport durchschnittlich 230 Gramm CO2 pro Kilogramm. Beim Import aus anderen europäischen Ländern ist es doppelt so viel. Beim Transport aus Übersee mit dem Schiff kommt man auf 570 Gramm. Auch die ökologische Landwirtschaft emittiert bis zu einem Fünftel weniger Treibhausgase als die konventionelle.

Der Verzicht auf künstliche Düngemittel ist besser für Umwelt und Klima. Denn Lachgasemissionen entstehen auf intensiv genutzten Ackerflächen, auf die stickstoffhaltiger Kunstdünger ausgebracht wird. Wird zu viel oder zur falschen Zeit gedüngt, können die Pflanzen den Stickstoff nicht vollständig aufnehmen, der dann in die Umwelt gelangt.

Ein Teil des Stickstoffüberschusses wird dabei als Lachgas in die Atmosphäre freigesetzt. „Lachgas ist ein fast 300-mal wirksameres Treibhausgas als CO2“, betont Gerhard Eppler.

Auch der Fleischkonsum hat Konsequenzen. Für ein Kilo Rindfleisch wird die zehnfache Menge an Futter gebraucht. Die dafür benötigte landwirtschaftliche Fläche schlägt also gleich doppelt zu Buche. Dazu kommt der extreme Ausstoß der Wiederkäuer: Methan ist ein 25-mal so starkes Treibhausgas als Kohlendioxid.

Fazit: Das Klima isst mit. Experten raten dazu, weniger tierische Produkte zu verzehren und sich insgesamt bewusster zu ernähren. Der erste Klima-Brunch hat dazu beigetragen, sensibler und auch kreativer mit Nahrungsmitteln umzugehen. Und erneut hat sich eine alte Erkenntnis bestätigt: Gemeinsam schmeckt’s am besten. tr

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