Bergstraße

Erste Etappe In Teil zwei der Reihe zum Nibelungensteig geht es um den ersten Abschnitt des Weges von Zwingenberg nach Lindenfels

Über den Melibokus zum Felsenmeer

Archivartikel

Bergstraße.Vorneweg: Zwingenberg ist mit seiner Altstadt und der teilweise erhaltenen Stadtmauer, der denkmalgeschützten Bergkirche sowie einem sehenswerten Heimatmuseum als Startort natürlich zum Verweilen für einen zusätzlichen Tag geeignet. Mit dem Ziel Freudenberg am Main vor Augen starten wir hier unseren Weg.

Wir beginnen den Tag aber am besten in den frühen Morgenstunden und erkunden Zwingenberg am Vortag, denn es warten schwere Beine auf uns und die wohl sportlichste der von uns vorgeschlagenen fünf Etappen, auf der wir mit dem Krehberg (576 Meter) und eben der Zwingenberger Altstadt mit nur knapp über 100 Metern Höhe über dem Meeresspiegel sowohl den höchsten als auch den tiefsten Punkt unserer Wanderung durchlaufen.

Zuerst einmal immer nur bergauf

Zunächst geht es auf schönen Waldwegen nur in eine Richtung, nämlich bergauf: Bis zum Melibokus, dem Aussichtspunkt der Bergstraße, von dem wir an schönen Tagen sowohl den Pfälzer Wald als auch die Frankfurter Skyline und den Taunus erblicken können, benötigen wir einen langen Atem. Doch schon unterwegs werden wir immer wieder mit schönen Ausblicken durch die Blätter der Eichenwälder hindurch und über die Weinberge entschädigt. Auch die steilen Felswände eines Steinbruchs am Weg sind imposant.

Nach bestenfalls nur kurzer Rast auf dem Gipfel an der Bergstraße wandern wir weiter in Richtung Balkhausen, immer mit Blick auf idyllische Streuobstwiesen auf den Hügeln der Umgebung. Von hier aus geht es gleich wieder bergan, bis wir den Ohlyturm auf dem höchsten Punkt des Felsbergs erreichen. Wir blicken nun auf das beeindruckende Felsenmeer. Hier können wir eine Mittagspause einlegen. Das überregional bekannte Geoinformationszentrum bietet uns dazu die passende Lektüre in Form einiger Broschüren. Riesensäule und Felsen sind dabei wohl eher durch Wind und Wetter entstanden beziehungsweise von römischen Handwerkern vergessen worden, als nach dem Kampf zweier Riesen liegengeblieben, wie wir hier erfahren. Bevor wir nach Reichenbach hinab laufen, gelangen wir – noch am Felsenmeer – zum ersten Mal an eine Siegfriedsquelle. Hier soll also Siegfried erschlagen worden sein? Wir werden später sehen, dass dies noch zwei weitere Orte am Weg für sich beanspruchen.

In Reichenbach angekommen ist vor allem das Gebäude der alten Grundschule ein schöner Anblick. Außerdem bietet die Ortschaft das einzige Gästehaus „Zum Nibelungensteig“ am Weg – zu diesem frühen Zeitpunkt sollten wir dies aber besser noch nicht in Anspruch nehmen müssen, wenn wir den Nibelungensteig in weniger als sieben Tagen schaffen wollen.

Hinauf zum Hohenstein sind es wieder ein paar schweißtreibende Kilometer. Hier ist wie am Felsenmeer immer viel los – eine Atmosphäre, die wir im späteren Verlauf des Weges nicht mehr so häufig erleben.

Unweit vom Felsen befindet sich auch ein Hofgut, das allerdings nur noch für Veranstaltungen gebucht werden kann und daher keine Verpflegung für uns bereit hält.

Die Wege hier, die zwischen Wald und Offenlandschaft wechseln, sind landschaftlich äußerst schön und auch für eine Tageswanderung empfehlenswert. Weiter geht es nach Knoden, wo einige schöne Bauernhäuser auf uns warten. Nachdem wir den Knodener Kopf bezwungen haben und durch die kleine Ortschaft gewandert sind, erreichen wir hinter dem geschützten Schannenbacher Moor schließlich den höchsten Punkt der gesamten Strecke.

Der müde Wanderer kann die Etappe aber auch verkürzen und kurz zuvor in Schannenbach übernachten. Alle anderen werfen noch einen Blick auf Kolmbach und wandern hinab nach Schlierbach mit einigen weiteren schönen Fachwerkbauten. Dann steht hinauf nach Lindenfels nur noch ein letzter Anstieg auf der Tagesordnung.

Viel schönes Fachwerk

Das viele Fachwerk, das wir heute bereits zu sehen bekommen haben, wird uns im Laufe der Reise immer wieder begegnen – und auch in Lindenfels ist es präsent. Wir finden in dem heilklimatischen Kurort außerdem einige Unterkünfte und Restaurants, vor allem aber begeistert die Burg mit einem tollen Rundumblick ins Weschnitztal, wo früher die Nibelungen jagten – die letzten Höhenmeter hinauf lohnen die Mühe.

Wer in Lindenfels außerdem noch genug Zeit hat und sich auf die Sagenwelt der Nibelungen einlassen will, kann hier am Ende eines langen Tages noch das Deutsche Drachenmuseum besuchen. Ob man den Erzählungen und Sagen oder doch lieber den hier ebenfalls präsentierten Fakten zu Dinosauriern und Echsen Glauben schenkt, ist jedem selbst überlassen.

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