Bergstraße

Gesundheitsvorsorge Fortgesetztes Bemühen führt zu einer steigenden Zahl an Bewerbungen für das Programm

Ärztlicher Nachwuchs gesucht: „Landpartie 2.0“ wird verlängert

Archivartikel

Bergstraße.Der Kreis nimmt bereits seit 2016 gemeinsam mit dem Landkreis Fulda und dem Hochtaunuskreis am deutschlandweit einmaligen Modell „Landpartie 2.0.“ des Instituts für Allgemeinmedizin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt teil.

Frühzeitiger Patientenkontakt und regelmäßige Praxisphasen in einer Eins-zu-Eins-Betreuung sind das Markenzeichen der „Landpartie 2.0“ und zugleich der Wunsch vieler Medizinstudierender. Bei diesem Angebot verbringen die Studierenden ihr Blockpraktikum „Allgemeinmedizin“ in einer Hausarztpraxis – zum Beispiel im Kreis Bergstraße. Ziel ist es, angehenden Medizinern bereits während dieses Praktikums die Möglichkeit zu geben, mehr praktische Erfahrungen zu sammeln, die hausärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen kennenzulernen und damit für medizinischen Nachwuchs für die Hausarztpraxen zu sorgen.

Nun geht die „Landpartie 2.0“ in die nächste Runde: Der Kreistag hat kürzlich einer erneuten Verlängerung der erfolgreichen Kooperation zugestimmt. Der Kreis Bergstraße ist somit bis April 2025 weiterhin Teil der Landpartie. Inzwischen beteiligen sich insgesamt sieben Arztpraxen aus dem Odenwald und dem Ried an diesem Programm.

„Sowohl unsere Ärzte als auch die Studierenden sind begeistert von diesem Programm. Die Mediziner sprechen von ‚frischem Wind‘, während die jungen Menschen aus den Hörsälen kommen und staunen, wie modern die sogenannten ‚Landarztpraxen‘ arbeiten“, betont die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz.

Sie selbst hat alle Praxen, die an der Landpartie teilnehmen, besucht. Die Bergsträßer Gesundheitsdezernentin ist davon überzeugt, dass die „Landpartie 2.0“ ein wichtiger Baustein ist, um langfristig den Mangel an ärztlichen Fachkräften in der Region abzumildern. Das Projekt zeige dabei im Kreis bereits erste Erfolge: „Einige der Nachwuchsmediziner haben die im Medizinstudium vorgesehene Famulatur und das praktische Jahr in den Praxen absolviert, in denen sie während ihrer Teilnahme an der ,Landpartie 2.0’ aktiv waren. Es haben sich dabei bereits gute Beziehungen zwischen dem Medizinernachwuchs und den Mitarbeitenden in den Landarztpraxen entwickelt“, so Stolz.

Seit dem Beginn der „Landpartie 2.0“ im Jahr 2016 konnten bereits vier Jahrgänge an dem Projekt teilnehmen. Aus jedem Jahrgang absolvierten sieben Studierende ihre regelmäßigen Praxisphasen in Hausarztpraxen des Kreises. Dadurch, dass seit 2019 weitere Arztpraxen aus dem Kreis Bergstraße an der Landpartie teilnehmen, kamen im vergangenen Jahr insgesamt 17 Studierende in den Landkreis Bergstraße, um hier ausgewählte medizinische Versorgungsmodelle kennenzulernen. Sie konnten sich ergänzend dazu mit Medizinern und Personen weiterer Gesundheitsberufe vor Ort austauschen.

Durch diese frühen und intensiven praktischen Erfahrungen können die Studierenden ihre fachlichen Fähigkeiten erweitern und für sich herausfinden, ob sie später in der Allgemeinmedizin arbeiten möchten. Darüber hinaus lernen sie die medizinischen Strukturen sowie die regionalen Besonderheiten des jeweiligen Landkreises, in dem sie arbeiten, kennen. Inzwischen bewerben sich immer mehr Nachwuchsmediziner für das Programm.

Die Praxisphasen sind das Herzstück des Programms. Diese Phasen werden durch Kurse und Seminare an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt ergänzt. Darüber hinaus findet jedes Jahr ein Tagesausflug statt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Landpartie 2.0 innovative Versorgungsmodelle der einzelnen Regionen vor Ort kennenlernen. red

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