Bergstraße

Interkulturelle Woche On- und Offline-Veranstaltungen gibt es in Heppenheim bis zum 4. Oktober / Ausstellung „Bewegte Frauen“ und gemeinsam Heimat-Fotos sammeln

Aktionstage ganz im Zeichen des Zusammenlebens

Archivartikel

Bergstraße.„Zusammen leben, zusammen wachsen“, heißt es seit dem vergangenen Samstag in Heppenheim. Denn bis zum 4. Oktober steht die Stadt wieder ganz im Zeichen der Integration – und das on- und offline. Zu entdecken gibt es Ausstellungen, Mitmachaktionen und vieles mehr.

„Die Interkulturelle Woche ist inzwischen zu einer festen Institution in Heppenheim geworden“, berichtete Landrat Christian Engelhardt gestern bei der Programmvorstellung im Landratsamt. „Bundesweit sind seit 1975 viele Kommunen dabei. Und immer steht der Wert eines jeden Menschen im Mittelpunkt.“ Nicht nur, aber vor allem auch in dieser Woche sollen die Bergsträßer die Möglichkeit bekommen, ihre neuen Mitbürger kennenzulernen und einen Einblick in deren Geschichten, Kulturen und Heimatländer zu bekommen. Eine Strategie, um Unverständnis und Rassismus entgegenzuwirken, erklärte Engelhardt, und eine gemeinschaftliche Idee der Evangelischen-, Katholischen- und Orthodoxen Kirche.

Mix der Kulturen als Bereicherung

„Wir verstehen die verschiedenen Kulturen als Bereicherung“, betonte die Integrationsbeauftragte Viktoriya Ordikhovska. „Gleichzeitig wollen wir den Menschen den Weg in unsere Kultur öffnen.“ Gerade auch im Hinblick darauf, den neuen Mitbürgern das Vereinsleben und Ehrenämter als Basis der Gesellschaft näher zu bringen – Strukturen, die in anderen Kulturen teilweise nicht bekannt sind, wie der Landrat ergänzt. „Übrigens kommen auch jetzt noch jede Woche Flüchtlinge bei uns im Kreis an, auch wenn es momentan nicht mehr so viele sind. Wir haben zwar schon vieles geschafft, aber es gibt auch noch Einiges zu tun.“

In Zeiten von Corona, in denen Solidarität wieder mehr in das Gedächtnis vieler Menschen gerückt ist, sei die Woche besonders passend. Teilweise bleibt es bei klassischen Präsenzveranstaltungen, wie beispielsweise bei der Ausstellung unter dem Titel „Bewegte Frauen – Migrationsgeschichten von 1945 bis heute“. „26 Frauen haben dabei mitgemacht“, so Ordikhovska. Sie haben ihre persönliche Lebensgeschichte auf Papier gebracht, geben Einblicke von der Flucht bis hin zu ihrer Ankunft an der Bergstraße. „Frauen zu erreichen und speziell für sie Angebote zu schaffen ist ganz entscheidend“, so die Integrationsbeauftragte. Entgegen der Annahme, dass vorwiegend männliche Flüchtlinge nach Deutschland kommen, machen an der Bergstraße Frauen mit aktuell 47 Prozent einen großen Anteil aus.

Stärken erkennen und nutzen

Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. „Gerade sie müssen wir unterstützen. Denn Frauen sind die Motoren der Integration. Beispielsweise geben sie die Werte an ihre Kinder weiter. Darum ist es besonders wichtig, ihnen dabei zu helfen ihre Stärken zu erkennen und sie zu nutzen.“ Bei ihrer Ankunft bekommen sie ein Willkommenspaket – voller Angebote, die für sie interessant sein könnten. „Informationen über Sprachkurse zum Beispiel, über Gesundheitsthemen und Begegnungstreffen für Frauen“, erklärt die Integrationsbeauftragte. „Die Informationen und Angebote aktualisieren wir immer wieder.“ Dazu gibt es eine Broschüre, mit Infos rund um das Gesundheits- und Schulsystem, genauso wie den Arbeitsmarkt.

Ganz neu dabei ist in der diesjährigen interkulturellen Woche auch eine Mitmach-Aktion, in der die Stabstelle Integrationsbeauftragte Fotos aus der Heimat der Menschen sammelt, die mit deren Einverständnis auch veröffentlicht werden. „Wir erhoffen uns dadurch, dass die Menschen an der Bergstraße so digital miteinander in Kontakt kommen“, berichtet Ordikhovska. „Sie sollen sich so miteinander austauschen können und gegenseitig kennenlernen.“ Denn das sei für gelungene Integration unabdingbar.

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