Bergstraße

Hildebrand’sche Mühle Untere Denkmalbehörde fordert neuen Besitzer auf, das Notdach für die Villa wieder zu errichten / Vorleistung kann Weinheim 365 000 Euro kosten

Alte Villa bietet ein jämmerliches Bild

Weinheim.Die unsägliche Geschichte rund um das Areal der Unteren Hildebrand’schen Mühle geht weiter. Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Weinheim sieht nicht mehr tatenlos zu, wie die alte Villa ungeschützt allen Wetterbedingungen ausgesetzt wird und ebenso wie der 50 Meter hohe Siloturm verfällt. Bereits am 8. Dezember forderte die Behörde per Verfügung die Wiederherstellung des Notdaches vom bisherigen Eigentümer Deutsche DenkMal AG. Weiterhin wurde die Ersatzvornahme für die Errichtung des Notdaches angedroht. Es wurde ein Bußgeld in sechsstelliger Höhe und damit der höchst mögliche Betrag festgesetzt. Der Bußgeldbescheid ging am 29. Januar an die Deutsche DenkMal AG, teilt Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner als zuständiger Baudezernent der Stadt Weinheim mit.

Wie die aktuelle Situation auf dem Gelände zeigt, hatte diese Drohung, einschließlich Bußgeldbescheid, keine Wirkung. Das Denkmal blieb den ganzen Winter über schutzlos dem Wetter ausgesetzt. Man fragt sich längst zurecht, ob überhaupt noch historische Teile der Villa, wie beispielsweise das Treppenhaus, zu retten sind.

Hohe Kosten für Notdach

Die Stadt Weinheim kann die ganze Geschichte allerdings, zumindest vorübergehend, noch eine Stange Geld kosten. Sollte die Ersatzvornahme verfügt werden, müsste Weinheim nämlich in Vorleistung treten, denn die Stadt müsste eine Gerüstbaufirma beauftragen und bezahlen. Die Kosten für ein Notdach für die Standzeit für 12 bis 13 Monate beträgt nach dem Kostenvoranschlag der bisherigen Gerüstbaufirma rund 365 000 Euro.

Die Mühle wurde im Dezember von der Deutschen DenkMal AG für 11,3 Millionen Euro an die Immobilien Weinheim Projektgesellschaft mit Sitz in Bad Vilbel abgetreten. Die neue Gesellschaft übernahm die Schulden der DenkMal AG sowie alle Rechte und Pflichten. „Auch wenn dieser Käufer noch nicht im Grundbuch steht, haben wir den neuen Eigentümer an seine Pflichten als zukünftigen Eigentümer erinnert“, schreibt Dr. Fetzner. Der neue Eigentümer muss das Notdach der denkmalgeschützten Villa wieder herstellen. Vorhabenträger unterliegen der Unterhaltungspflicht, auch wenn sie bei der Antragstellung noch nicht Eigentümer sind, schreibt die Stadt weiter. Die Untere Denkmalbehörde werde daher den neuen Käufer jetzt nochmals eindringlich auffordern, seiner Unterhaltungspflicht nachzukommen. dra/ü

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