Bergstraße

Wirtschaftsförderung Vertreter von Bergsträßer Kommunen informieren sich bei Fachveranstaltung in Heppenheim

Anforderungen an die Gewerbegebiete der Zukunft

Bergstraße.Ein bunter Branchenmix und die erfolgreichen Unternehmen sind zentrale Kennzeichen der Wirtschaftsregion Bergstraße und gehören mit zu den Gründen, warum die Region weit über ihre Grenzen hinaus als attraktiver Wirtschaftsstandort bekannt ist. Das Fundament hierfür stellen die Städte und Gemeinden mit den jeweiligen Gewerbegebieten und der Infrastruktur dar.

Die Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB) bietet ihren 22 Gesellschafterkommunen Beratung und Unterstützung zu Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und Infrastrukturausstattung an. Im „Jour fixe der kommunalen Wirtschaftsförderer“ informiert die WFB die Bürgermeister und Wirtschaftsförderer der Region über aktuelle, relevante Themen und ermöglicht einen interkommunalen Austausch hierzu. Kürzlich gab es eine neue Auflage dieser Veranstaltung, die unter der Überschrift „Zukünftige Anforderungen an Gewerbegebiete“ in Heppenheim stattfand.

WFB-Geschäftsführer Matthias Zürker übernahm die Begrüßung und Moderation. Für die Durchführung zeichneten Dagmar Cohrs, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin des WFB-Fachbereichs Kommunalbetreuung, und Kathrin Fausel, Projektmanagerin Standortmarketing/Investorenservice verantwortlich.

„Unternehmen und Investoren stellen veränderte Anforderungen an Gewerbestandorte. Neben infrastrukturellen Voraussetzungen spielen umweltverträgliche Mobilitätskonzepte und Nachhaltigkeitsaspekte verstärkt eine Rolle. Bereits bei der Entwicklung von Gewerbegebieten müssen sich Städte und Gemeinden darauf einstellen“, so Zürker.

Im Fokus der Veranstaltung stand der Vortrag von Regionalökonom Achim Georg aus Hamburg. Dieser war in der Wirtschaftsregion Bergstraße bereits für Lorsch und Viernheim aktiv und befasst sich intensiv mit den Anforderungen an zukunftsfähige Industrie- und Gewerbegebiete.

Mittelstand als Nachfragemotor

Er informierte die Teilnehmer über die Trends der Gewerbeflächennachfrage und die Anforderungen an Industrie- und Gewerbegebieten der Zukunft. Statistische Auswertungen zur Wirtschaftsregion Bergstraße lieferten den Einstieg in die Präsentation: „Die Zahl der Einwohner und der Beschäftigten nimmt im Kreis Bergstraße kontinuierlich zu“, so der Referent. Wie die Zuhörer erfuhren, ist die Beschäftigung in den gewerbeflächenabhängigen Wirtschaftszweigen in der Wirtschaftsregion Bergstraße in den Jahren von 2011 bis 2018 um elf Prozent angestiegen.

Allgemein habe der Mittelstand die Großunternehmen als wichtige Nachfragegruppe für Gewerbeflächen abgelöst. Eine Folge sei eine deutlich kleinteiligere Flächennachfrage. „Schwerpunktmäßig werden Flächen zwischen 2000 und 6000 Quadratmetern nachgefragt“, verdeutlichte Georg. Und: 70 bis 80 Prozent der Nachfrage gehen auf die Expansion von bereits ansässigen Unternehmen und auf Flächengesuche von Betrieben aus der näheren Umgebung zurück, hob er hervor.

Die Bedingungen, die zukunftsfähige Gewerbestandorte zu erfüllen haben, sind hoch und ergeben sich unter anderem aus der zunehmenden Digitalisierung oder dem Wandel in der Arbeitswelt. „Eine leistungsfähige Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ist heutzutage unabdingbar“, so Georg. Auch Flächenzuschnitte sollten flexibel gestaltbar sein sowie die Flächen effizient genutzt werden. Ein optimaler Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr, Angebote der Kinderbetreuung, eine attraktive Aufenthaltsqualität im Gebiet sowie eine klare Zielgruppenorientierung nannte er als weitere wichtige Kriterien. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Referent Fragen und konnte den Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern Anregungen und Empfehlungen zu ihren Anliegen liefern.

„Die rege Diskussion nach dem Vortrag bezeugt einmal mehr das große Interesse an einer zukunftsorientierten Gewerbeflächenentwicklung. Die Wirtschaftsförderung Bergstraße steht ihren Gesellschafterkommunen auch außerhalb dieser Veranstaltungsreihe jederzeit für eine Beratung zu allen Fragen rund um Gewerbeflächen, Standortentwicklung und Unternehmensansiedlungen zur Verfügung und unterstützt bei der Umsetzung“, schloss Zürker. red

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