Bergstraße

Medizin Nachwuchsmediziner unternehmen Tagesausflug nach Heppenheim und Lindenfels auf Einladung des Kreises Bergstraße

Angehende Ärzte schnuppern Landluft

Archivartikel

Bergstraße.Wie können junge Mediziner für das Leben und Arbeiten auf dem Land begeistert werden? Und wie kann dadurch dem Ärztemangel zukunftsorientiert begegnet werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt „Landpartie 2.0“ des Kreises Bergstraße, das seit 2016 in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt durchgeführt wird. An einem Tagesausflug nach Heppenheim und Lindenfels nahmen vor Kurzem rund 20 Medizinstudierende teil, um sich vor Ort ein Bild von den landärztlichen Arbeitsbedingungen zu machen und gleichzeitig innovative Versorgungsmodelle kennenzulernen.

Der Besuch startete im Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim, wo unter anderem Prof. Dr. Lutz Schneider, Chefarzt und Chirurg am Kreiskrankenhaus, den Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Bergstraße vorstellte. Dieser sei ein hervorragendes Angebot um die fünfjährige Ausbildung zum Allgemeinmediziner strukturiert, individuell und in enger Kooperation mit den Vertretern der stationären und ambulanten Versorgung zu absolvieren.

Verbesserte Arbeitsbedingungen

Die beiden Hausärzte Andreas Förster und Dr. Florian Wagner von der Praxis am Dom in Lampertheim stellten gemeinsam mit ihrer arztentlastenden Fachkraft Silke Krämer-Schmitt die Vorteile ihrer Zusammenarbeit im Praxisalltag vor. Im Hinblick auf die Entlastungen, die zum Beispiel der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) für niedergelassene Ärzte mit sich bringt, hätten sich die Arbeitsbedingungen im Gegensatz zu seinen Anfangszeiten als niedergelassener Mediziner wesentlich verbessert, so Försters Einschätzung.

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz war mit von der (Land-)Partie und begrüßte die Gruppe im Kreiskrankenhaus: „Der Kreis Bergstraße beteiligt sich sehr gerne an der „Landpartie 2.0“. Wir sind überzeugt, dass wir mit solchen Projekten dazu beitragen können, die ambulante Versorgung der Bevölkerung langfristig zu unterstützen. Unsere lebenswerten vier Teilregionen sind so vielseitig und unterschiedlich, dass ich mir sicher bin, dass für Sie alle etwas dabei ist“, betonte Stolz.

Im Odenwald besuchte die Gruppe dann das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Kreiskrankenhauses in Lindenfels, das seit Neuestem auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst beheimatet. Die Allgemeinmediziner und Gynäkologinnen arbeiten dort in höchst flexiblen Arbeitszeitmodellen gemeinsam unter einem Dach und beantworteten den sehr interessierte Studierenden ihre Fragen rund um das Modell MVZ.

Großes Interesse an „PauLa“

Die Studierenden lernten zudem „PauLa“ kennen, die psychosoziale Fachkraft auf dem Land. Uta Brand steht als „PauLa“ hilfebedürftigen, meist älteren Menschen und deren Angehörigen beratend zur Seite. Ein weiterer wichtiger Baustein ihrer Tätigkeit ist es, Kontakte mit den örtlichen Medizinern, Apotheken, Vereinen, Kirchengemeinden sowie Pflege- und Sozialdiensten aufzubauen und zu pflegen. Darüber hinaus bietet Brand auch Schulungen an – beispielsweise zum wichtigen Thema Sturzprophylaxe. Dieses neuartige Angebot an Menschen ohne Pflegegrad stieß bei den anwesenden Medizinstudierenden auf großes Interesse und machte deutlich, wie wichtig eine gute Vernetzung aller Beteiligten in der Gesundheitsversorgung zum Wohle der Bürger ist. red

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