Bergstraße

Evangelisches Dekanat Bergstraße Dekan Karl Hans Geil und Winzerin Heike Antes luden zur Weinprobe im „Haus der Kirche“ / Abschluss der Veranstaltungsreihe „Sommerbegegnungen“

Auch in der Bibel steht Wein für Lebensfreude

Archivartikel

Bergstraße/Heppenheim.Wein passt gut zur Bibel und die Bibel gut zum Wein. Das wurde jetzt im „Haus der Kirche“ deutlich. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Sommerbegegnungen“ hatte das Evangelische Dekanat Bergstraße zur Weinverkostung nach Heppenheim eingeladen, bei der auch einschlägige Bibelverse vorgetragen wurden.

„In der Bibel steht Wein für Lebensfreude“, erläuterte der Dekan des Evangelischen Dekanats Ried, Karl Hans Geil, der als Weinexperte und Bibelkenner gemeinsam mit Heike Antes von der Bergsträßer Jungwinzerinnenvereinigung Vinas durch den Abend führte.

„Dass der Wein erfreue des Menschen Herz“, zitierte Geil aus Psalm 104 und er erinnerte daran, dass Noah der erste Winzer der Kulturgeschichte gewesen sei. „Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge“, heißt es laut Bibel nach der Sintflut (1. Mose 9,20). Israel, so betonte Geil, sei heute wieder eines der aufstrebenden Weinländer.

49 Bibelverse zum Thema Wein

„In der Bibel gibt es insgesamt 49 Verse, die sich ausdrücklich mit Wein beschäftigen, dem dabei auch medizinische Wirkungen nachgesagt werden“, so Geil weiter. So fordere Paulus in einem Brief den häufig erkrankten Timotheus auf, doch Wein unter das Wasser zu mischen: „Um deines Magens willen.“ Und in der Geschichte vom barmherzigen Samariter, der einen Verletzen versorgt, heißt es: „Er ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goss drein Öl und Wein.“

Jesus’ Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die unterschiedlich lang arbeiteten, aber den gleichen Lohn erhalten, habe bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt, meint Geil: „Dabei stehen sich das Leistungsprinzip, das unterschiedliche Entlohnung je nach erbrachter Arbeit vorsieht, und das Solidarprinzip, bei dem jeder das bekommt, was er zum Leben braucht, gegenüber. Bis heute ist das nicht immer einfach zu lösen“, so der Dekan.

In den Bergsträßer Weinbergen arbeiten nach Angaben von Heike Antes mehrheitlich Hobby- oder Nebenerwerbswinzer. „Die Winzergenossenschaft zählt 280 aktive Winzer. Nur 15 von ihnen bauen größere Mengen Wein an“ erläuterte sie.

Bei der letzten „Sommerbegegnung“ des Jahres präsentierte Heike Antes insgesamt sechs Bergsträßer Weine: Perlwein, Grauburgunder, Riesling und Roten Riesling sowie Rotwein- und ein von der Jungwinzerinnenvereinigung entwickeltes Weißwein-Cuvee. „Entlang der Hessischen Bergstraße gibt es viele verschiedene Böden und so auch viele verschiedene Weine. Ich finde es sehr schön, dass wir hier eine so große Vielfalt haben“, bekannte sich Antes zum heimischen Produkt.

Roter Riesling liegt im Trend

Hauptrebsorte an der Bergstraße sei immer noch der Riesling. Doch dieser werde angesichts des Klimawandels immer weiter nach Norden wandern, prognostizierte Antes: „Angesichts der hohen Temperaturen gibt es derzeit Trockenstress. In einigen Lagen bei Auerbach geht es nur noch darum, die Weinstöcke nicht absterben zu lassen. An eine Ernte ist dort nicht mehr zu denken.“ Im Trend liege derzeit der Rote Riesling.

Mit „Wein und Bibel“ schloss das Evangelische Dekanat die Sommerbegegnungen 2018 unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ ab. Zum Auftakt hatte das Dekanat einen Dokumentarfilm gezeigt. Um Gemeinschaft ging es bei „Bergstraße meets Ried“, einer Begegnungsradtour mit dem Dekanat Ried, das Ende des Jahres aufgelöst wird. Ab 2019 gehört der südliche Teil mit zehn Kirchengemeinden dann zum Evangelischen Dekanat Bergstraße. red

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