Bergstraße

Freizeit Das Technoseum in Mannheim bietet sich mit seiner Sammlung eindrucksvoller Maschinen im Wandel der Jahrzehnte als Ausflugsziel an

Auf Zeitreise durch die Industrialisierung

Archivartikel

Bergstraße/Mannheim.Ein Besuch im Mannheimer Technoseum ist wie eine kleine Zeitreise. Der Rundgang beginnt ganz oben, dann geht es noch fünf Ebenen tiefer. Stück für Stück tauchen Besucher ein in die Geschichte der Industrialisierung. Mal sind es nur Sammlungen von Gegenständen im Wandel der Zeit, die zum Verweilen und Betrachten einladen, mal sind es eindrucksvoll in Szene gesetzte Maschinen, die immerfort laufen, Keilriemen leise surrend.

Einladung zum Mitmachen

Auf 9000 Quadratmetern geht es im Technoseum um Fahrzeug- und Maschinenbau, Weberei und Druck, um Energiegewinnung, Medien und Robotics. Die Themen sind so spannend wie die Ausstellung, die immer wieder zum Mitmachen einlädt. Sei es beim Steigenlassen eines Heißluftballons per Knopfdruck oder in der Elementa-Experimentierausstellung, wo Mechanik oder Elektrotechnik auch für Kinder greifbar werden.

Darüber hinaus gibt es viele Vorführungen, bei denen Zuschauer erleben können, wie zum Beispiel eine alte Druckmaschine funktioniert oder wie ein Roboter tanzt.

Fahrzeuge begeistern Kinder

Für kleinere Kinder ist die Fahrzeugausstellung ein Anziehungspunkt: Oldtimer stehen hier zusammen mit zig Variationen des Fahrrads, daneben ein Forschungsfahrzeug mit Wasserstoffantrieb und ein alter Rundfunk-Sendewagen. Dass Fahrzeuge im Mannheimer Technoseum ein Schwerpunkt sind, liegt sicher auch daran, dass das berühmte erste Automobil der Welt 1886 von Carl Benz in Mannheim erfunden wurde. Ein Nachbau des Wagens ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

Angereichert mit Virtual Reality-Elementen bildet die Medienausstellung auf dem gleichen Stockwerk einen spannenden Kontrast zu den blitzblank polierten Oldtimern. Hier können Besucher an verschiedenen Stationen per App zusätzliche Infos in die Ausstellung holen. Auf dem Bildschirm erscheint plötzlich eine Person bei der Arbeit, wo eben nur ein leerer Stuhl zu sehen war, oder eine interaktive Grafik zum Aufbau eines Röhrenbildschirms legt sich über das altmodische Fernsehgerät in der Vitrine. Wer möchte, kann sich an einem Bildschirm am Job einer Telefonistin versuchen und per Kabelverbindung die Anrufer durchstellen – keine leichte Übung.

Roboter Paul groovt fürs Publikum

Und dann gibt es auf der Ebene noch das kleine Podium, auf dem zu jeder vollen Stunde „Paul“ seinen großen Auftritt hat. Der knuffige Roboter vollführt auf Kommando sportliche Übungen oder legt eine Tanzeinheit hin. Etwas unbeholfen bückt er sich nach einem kleinen Ball und hebt ihn auf. Deutlich langsamer als in einem echten Zumbakurs geht er beim „Training“ abwechselnd rechts und links ins Knie. Die Zuschauer machen trotzdem gerne mit.

Dabei hat der Roboter im Gegensatz zu ihnen natürlich keine Muskeln, die durch Training fitter werden könnten. Dass Paul überhaupt auf zwei Beinen stehen, gehen und tanzen kann, zeigt, welche Fortschritte die Robotertechnik macht: Denn die komplexe Biomechanik des menschlichen Körpers ist in Sachen Stabilität und Beweglichkeit im aufrechten Gang noch um Welten überlegen – nur Stück für Stück tasten technische Erfindungen sich heran.

Bei einer anderen Vorführung geht es um eine Erfindung, die die Gesellschaft ab Mitte des 15. Jahrhunderts nachhaltig verändert hat: den Buchdruck. Ein Technoseum-Mitarbeiter zeigt, wie die mühselige Arbeit, alles handschriftlich zu vervielfältigen, langsam von Maschinen übernommen wurde: Er erklärt, wie die sogenannten „Typen“, also die metallenen Buchstaben, früher noch von Hand zu einem Textblock zusammengesetzt wurden. War der Text fertig, wurde das Papier in die Druckerpresse eingelegt und auf die tintenbenetzte Schrift gedrückt. Die Postkarten, die bei der Vorführung herauskommen, dürfen die Zuschauer sich als Andenken mit nach Hause nehmen.

Eindrucksvoll ist im Ausstellungsbereich zum Buchdruck auch die über zwei Ebenen aufgebaute Papiermühle, deren großes Mühlrad sich unermüdlich dreht.

Bewegung gibt es auch auf dem Außengelände des Technoseums: Am Wochenende und an Feiertagen fährt hier die Feldbahn ihre Runden. Das ist gerade für Familien eine gute Gelegenheit, eine Pause an der frischen Luft einzulegen, bevor die Zeitreise im Innern des Museums weitergeht.

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