Bergstraße

Pandemie Landrat Christian Engelhardt appelliert eindringlich an die Bürger, sich auch und gerade an Silvester an die Corona-Beschränkungen zu halten

Ausgangssperre auch in der Neujahrsnacht

Archivartikel

Bergstraße.Das neue Jahr wird an der Bergstraße wegen der aktuellen Corona-Regeln wesentlich leiser begrüßt werden, als es sonst um Mitternacht an Silvester der Fall ist. Zwar gebe es keine Verordnung, die das Zünden von Knallern und Raketen untersagt, sagte Landrat Christian Engelhardt in der jüngsten Video-Pressekonferenz des Kreises. „Es gibt aber ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper. Und es besteht auch an Silvester die nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr“, gab der Chef der Kreisverwaltung zu bedenken. In dieser Zeit darf sich niemand – ob mit oder ohne Böller und Feuerzeug – im öffentlichen Raum aufhalten, wenn er keinen triftigen Grund hat. Außerhalb dieser Zeiten besteht zudem noch die Kontaktbeschränkung, die besagt, dass sich nur fünf Personen aus zwei Haushalten öffentlich treffen dürfen.

Kliniken nicht zusätzlich belasten

Zwar sei es theoretisch möglich, im eigenen Garten Böller zu zünden, die schon länger auf dem Dachboden oder im Keller auf ihren Einsatz warten. „Ich rufe aber dazu auf, dieses Jahr darauf zu verzichten“, betonte Engelhardt. Es gelte, Verletzungen durch Feuerwerkskörper zu vermeiden, um die Krankenhäuser nicht zusätzlich zu belasten.

Der Landrat bekräftigte auch, dass noch nicht klar sei, wann die Ausgangssperre aufgehoben wird. Zwar ist die Inzidenz, also der Sieben-Tage-Wert bei den Neuinfektionen, seit mehr als fünf Tagen unter 200 pro 100 000 Einwohner, was normalerweise dazu führen würde, dass diese Beschränkung aufgehoben werden kann. Da aber über die Weihnachtstage wesentlich weniger getestet wurde, bilde diese Zahl nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen ab, fuhr Engelhardt fort. Deshalb werde die Lage nach dem Jahreswechsel neu bewertet.

„Wir schauen dabei auch nicht nur auf die Inzidenz, es gibt auch andere Anhaltspunkte, ergänzte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Dazu gehöre etwa das Geschehen in den Krankenhäusern. Die Verordnung über die nächtliche Ausgangssperre gilt bis zum 18. Januar.

Immerhin seien die ersten Impfungen im Kreis, die am Sonntag nach Weihnachten starteten, reibungslos verlaufen, sagte Engelhardt. Der Zulauf an Impfdosen in den Kreis gehe nun „dynamischer“ vonstatten als zu Beginn der Aktion. 1925 Impfdosen erhalte der Kreis bis zum Jahresende.

Entscheidung liegt beim Land

Im ersten Schritt werden Bewohner und Mitarbeiter der Pflegeheime geimpft. Allerdings haben noch nicht alle Einrichtungen im Kreis die Unterlagen übermittelt, die nötig sind, damit die Mobilen Impfteams dort an die Arbeit gehen können. Er werde die Einrichtungen dazu aufrufen, das nachzuholen, kündigte der Landrat an.

Vorgesehen ist, dass nach dieser ersten Phase sechs regionale Impfzentren in Hessen öffnen, damit dort die Personen geimpft werden können, die zwar zur Gruppe mit der höchsten Priorität für die Schutzimpfungen gehören, aber nicht in Pflegeheimen wohnen oder arbeiten. Noch sei nicht bekannt, ob die Impfberechtigten dann direkt angeschrieben werden oder ob es beim öffentlichen Aufruf bleibt. „Auf jeden Fall sollen sich diese Personen aktiv zur Impfung anmelden“, sagte Engelhardt. Das solle per Telefon und Internet möglich sein, sobald diese Zentren an den Start gehen.

Wenn mehr Impfstoff da ist, sollen auch die anderen Impfzentren öffnen, wie jenes in Bensheim. Engelhardts Hoffnung ist, dass Zulassungen weiterer Impfstoffe diesen Prozess beschleunigen. Noch unklar sei, ob sich Alte oder Kranke irgendwann auch zu Hause impfen lassen können, erläuterte Engelhardt. Auch darüber entscheide das Land Hessen. Das Problem sei, dass der Impfstoff mit minus 70 Grad Celsius geliefert wird, aufwendig zur Injektion vorbereitet werden muss und dann schwierig zu transportieren ist.

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