Bergstraße

Zweiter Weltkrieg Schau des Dekanats im Landratsamt

Ausstellung: Erinnerungen von Zeitzeugen

Bergstraße.Das Evangelische Dekanat Bergstraße eröffnet am Dienstag, 3. Dezember, 17 Uhr, in Heppenheim im Foyer des Landratsamts (Graben 15) die Ausstellung „Verstehen – Vergeben – Versöhnen. Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg“. Dabei werden mehrere Zeitzeugen aus dem Kreis Bergstraße anwesend sein.

Konkrete Erlebnisse

Der Kriegsbeginn jährte sich am 1. September dieses Jahres zum 80. Mal, das Ende des Krieges am 8. Mai nächsten Jahres zum 75. Mal. Dass der Zweite Weltkrieg 60 Millionen Menschen das Leben kostete, dass er verbunden war mit dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, dem Holocaust, ist in jedem Geschichtsbuch nachzulesen. Doch wie haben Menschen diesen Krieg erlebt und erlitten, die damals Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene waren? An was können sie sich erinnern? Und was haben ihre Erinnerungen uns heute zu sagen?

Die insgesamt 16 großformatigen Porträts von Zeitzeugen, die heute in der Region Bergstraße leben, geben darüber Auskunft. Zwei von ihnen, Brigitte Sattler aus Bensheim-Gronau und Wolfgang Lehmann aus Rimbach, werden sich bei der Eröffnung im Landratsamt persönlich äußern. Der Bergsträßer Dekan Arno Kreh, der die Ausstellung eröffnen wird, betont, dass die sogenannten Kriegskinder lange Zeit völlig unbeachtet blieben. „Nach ihren Erlebnissen wurde kaum gefragt. Und doch haben sie Erinnerungen an Bombenangriffe, Luftschutzkeller, zerstörte Häuser, Tote in den Straßen, Schreie, Flucht, Vertreibung und quälenden Hunger. Von sich aus erzählten sie mitunter wenig oder gar nichts, weil sie meinten, dass die Generation ihrer Eltern und Großeltern doch viel Schlimmeres durchgemacht hätte.“

Das Evangelische Dekanat hält nach eigenen Angaben die Erinnerungen der Zeitzeugen für wichtig und wertvoll, weil sie deutlich machten, wie menschenverachtend Krieg sei. Die nachfolgenden Generationen sollten alles dafür tun, dass nie wieder Krieg geführt werde. Landrat Christian Engelhardt wird bei der Eröffnung ein Grußwort sprechen. Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre mit den Porträts der 16 Zeitzeugen erschienen. Sie ist gegen eine Spende erhältlich.

Die Ausstellung ist bis zum 20. Dezember zu den Öffnungszeiten des Landratsamts zu sehen: Montag bis Mittwoch von 8 bis 17 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr. red

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