Bergstraße

Straßenbau BUND und Regionalbauernverband wenden sich an Verkehrsminister Al-Wazir

„B 38a muss bei Rimbach in einen Tunnel“

Bergstraße.Der der Regionalbauernverband Starkenburg (RBV) und der BUND-Kreisverband Bergstraße begrüßen ausdrücklich den Vorschlag des Kreisbeigeordneten und SPD-Landratskandidaten Karsten Krug, eine Weiterführung der B 38 a um Rimbach und Lörzenbach als Tunnelvariante zu planen. BUND und RBV wenden sich an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir mit der Aufforderung, der Minister solle sich Karsten Krugs Haltung zu eigen machen.

Der Regionalbauernverbandsvorsitzende Willi Billau erklärt zu der Problematik: „Die Fehler von Mörlenbach dürfen sich nicht wiederholen. Der enorme Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzfläche kann nicht einfach immer so weitergehen.“ BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter ergänzt: „Es steht zu befürchten, dass bei der Planung die Linienführung des Bundesverkehrswegeplans 2030 (BVWP) zugrundegelegt wird. Das wäre der brutalstmögliche Eingriff in Natur und Landschaft.“

Schon der Beginn der Linienführung des BVWP sei aus der Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes „absolut untragbar“, denn die Trasse führe „mitten durch das bedeutendste Naturschutzgebiet des vorderen Odenwalds, die Weschnitzaue von Rimbach und Mörlenbach“. Im weiteren Verlauf werde das von zahlreichen Besuchern frequentierte Naherholungsgebiet der Albersbacher Fischteiche entwertet, wobei ein Waldstück ausgerechnet in dem Bereich der Planung zum Opfer fallen werde, in dem sich derzeit eine Graureiherkolonie befinde. Bei der Weiterführung in offener Bauweise in weitem Bogen um Rimbach und Lörzenbach würden Täler auf langen Brücken überquert und Höhenrücken durchschnitten, wovon Streuobstwiesen, Feldgehölze und viele weitere Biotopstrukturen betroffen seien.

Im Bundesverkehrswegeplan sei von einer Flächeninanspruchnahme von 16,9 Hektar die Rede und von einer Beeinträchtigung von Vorrangflächen des Landschaftsschutzes von 28,4 hektar. Willi Billau: „In erster Linie handelt es sich um Landwirtschaftsfläche, die der Trasse des BVWP zum Opfer fiele. Und das, obwohl ein großer Teil der Fläche im Regionalplan ausdrücklich als Vorranggebiet für Landwirtschaft ausgewiesen ist.“ Herwig Winter: „Im Regionalplan sind darüber hinaus dort, wo die Trasse des BVWP verlaufen soll, Vorranggebiete Regionaler Grünzug, Vorranggebiete für vorbeugenden Hochwasserschutz sowie Vorbehaltsgebiete für Natur und Landschaft ausgewiesen.“

Eine Tunnellösung hat nach Ansicht von BUND und RBV den Vorteil, dass sie in breitem Konsens geplant werden könne. Gegen die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Linienführung dagegen werde sich nicht nur vonseiten der Landwirtschaft und der Naturschutzverbände massiver Widerstand entwickeln. Es sei wohl kaum zu erwarten, dass die Rimbacher und Lörzenbacher Bevölkerung die Zerstörung ihrer naturnahen Naherholungsgebiete widerstandslos hinnehmen werde red

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