Bergstraße

Sport im Freien Beim letzten Termin in Reichenbach wurde die Teilnehmer noch einmal kräftig von den Trainern gefordert

BA-Fitcamp-Finale am Felsenmeer

Archivartikel

Reichenbach.Kalle gibt am Anfang ziemlich Gas. Er rennt hin und her, springt zwischendurch in den Bach und hantiert mit einem riesigen Stock herum. Irgendwann ist Kalle platt – Frauchen beschließt, Kalle in den Stand-by-Modus zu versetzen und bindet den Hund an einem Holzgatter am Fuße des Felsenmeeres fest. Kalle hat aus seiner Ruhezone heraus die beste Aussicht auf die große Gruppe der Sportler, die sich zum Finale der 2018er Auflage des BA-Fitcamps mit Mareike und Siggi Spaleck am Dienstagabend versammelt. Bei angenehmen frühsommerlichen Temperaturen ist den Fitcampern im Schatten des Felsberges die Lust an der sportlichen Betätigung anzumerken. Zuschauen an der Seite von Kalle ist aber auch ganz schön.

Dass Training mit den Spalecks kein Ausflug auf den Ponyhof ist, ist bekannt. Das ist auch diesmal so, obwohl Mareike und Siggi wegen kurzfristiger Terminänderungen nicht selbst aufschlagen können am Felsenmeer. Patrick und Paul vertreten ihre Chefs als Vorturner und Einpeitscher erstklassig. Vor allem entgeht dem Duo, das zeichnet gute Trainer ja bekanntlich aus, nichts. Wenn die Truppe mal kollektiv einen Gang runterschalten und sich eine kurze Auszeit nehmen will, schreiten Patrick und Paul ein. „Nicht aufhören, immer schön in Bewegung bleiben“, feuert Patrick mit lauter Stimme die Felsenmeer-Crew an.

Selbstverständlich kann jeder Sportler das Tempo wählen, das seinem Fitnessstand entspricht. Aber auf dem Fitcamp steht nicht nur eine Stunde intensive Bewegung drauf, sondern im Fitcamp ist auch eine Stunde intensive Bewegung drin. Drei Trinkpausen á 20 Sekunden sind gestattet und werden von Paul und Patrick per Stoppuhr exakt überwacht.

Die Hanglage der Location bietet exzellente Trainingsmöglichkeiten. Das natürliche Profil der frisch gemähten Wiese am Wegesrand kann zum Beispiel prima für kurze Sprints bergauf genutzt werden. Patrick und Paul garnieren die Läufe zusätzlich mit einigen Rechenaufgaben. Die Reihen der Fitcamper geraten ob der mathematischen Zusatzaufgaben in leichte Unordnung.

Auch Kalle wird angesichts des kurzzeitigen Durcheinanders zunehmend nervös, gestattet aber dennoch Besuch in der Chill-out-Area. Felizitas schaut „rein“. Ganz schön anstrengend, sagt sie und stemmt die Hände in die Hüften. Gestern ist Felizitas 60 Jahre alt geworden, heute ist sie aus Fehlheim zum Fitcamp gekommen. „Ich muss was für meinen Rücken tun.“ Während Felizitas erzählt, ist die Ordnung zurückgekehrt ins Ensemble. Nächste Aufgabe: Laufen auf der Stelle zum Takt der Musik. Felizitas hat sich erholt, fängt an zu trippeln, nimmt den Rhythmus auf und kehrt zurück in die Riege. Kalle will gestreichelt werden.

„Könnt Ihr noch?“, fragt Paul in die Runde. „Nein“, lautet die Antwort. 46 Minuten sind zu diesem Zeitpunkt gespielt. Paul schlägt noch zwei kleine Übungen vor. Ein bisschen Liegestützen und ein bisschen was für die Bauchmuskulatur. „Ganz easy“, ruft der Coach. Wird erledigt. Dann geht es mit Dehnübungen in die Cool-down-Phase. Die Fitcamper feiern sich nach dem Abpfiff mit einem kräftigen Applaus selbst für ihre Performance. Für Kalle ist nun Schluss mit Rumliegen. Lotte, sein Frauchen, kehrt zurück vom Sportstündchen. Die 28-Jährige ist mit drei Freundinnen aus Bensheim ins Lautertal gekommen. „Dienstag ist unser Mädels-Abend, heute haben wir mal was Neues ausprobiert. Hat Spaß gemacht.“

Alexandra (48) und ihre Tochter Anna (20) haben sich das Heimspiel am Felsenmeer ebenso wenig entgehen lassen wie die Termine in Bensheim, Lorsch und Rodau. Die beiden Reichenbacherinnen sind treue Fitcamp-Anhänger. „Abwechslungsreiches Programm, tolle Locations, nette Leute, gute Stimmung“, fasst Alexandra den Reiz des Fitcamps zusammen.

Fabian ist einer von vier Jungs im Mädels-dominierten Starterfeld. „Keine Ahnung, warum so wenige Männer dabei waren, vielleicht haben die gedacht, das ist mehr so eine Aerobic-Geschichte“, versucht der 27-Jährige das Ungleichgewicht der Geschlechter zu erklären. Gemeinsam mit Nathalie (26) ist Fabian per Rad aus Bensheim angereist. „Ich habe über den Winter ein bisschen zugelegt, das muss wieder runter“, berichtet Fabian. Das Training fand er „ziemlich fordernd“ und trotz einiger kleiner Standschwierigkeiten auf der schrägen Wiese „richtig gut“.

Nach dem obligatorischen finalen Gruppenfoto verlassen die Fitcamper ein wenig erschöpft langsamen Schrittes das Felsenmeer. Nur Kalle rennt.

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