Bergstraße

Gesellschaft Entwicklung entgegen dem Trend auf Landes- und Bundesebene / Fördermittel für Kita-Ausbau dringend benötigt

Babyboom an der Bergstraße: Mehr als 2500 Geburten im Jahr

Archivartikel

Bergstraße.Während deutschlandweit die Geburtenanzahl zurückgeht, hält an der Bergstraße der Babyboom der vergangenen Jahre weiter an: 2512 Kinder erblickten im Kreis Bergstraße 2019 das Licht der Welt. Das sind ganze 4,6 Prozent mehr als noch 2018. Gleichzeitig wurde zum ersten Mal in diesem Jahrhundert hier die 2500er-Marke überschritten.

Der Bergsträßer Babyboom geht dabei gegen den Bundestrend, wie aus Unterlagen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. So kamen im vergangenen Jahr in Deutschland 778 100 Babys zur Welt – rund 9400 weniger als noch 2018. Auch in Hessen ist die Geburtenanzahl im vergangenen Jahr von 61 012 im Jahr 2018 um 950 auf 60 062 gesunken.

„Der Anstieg von Geburten in unserem Kreis ist eine überaus erfreuliche Entwicklung. Insbesondere da dieser Babyboom dem allgemeinen Trend entgegensteht“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Es zeigt wieder einmal, dass der Kreis Bergstraße eine überaus lebenswerte Region ist und wir Familien beste Lebensbedingungen bieten.“

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und Jugendamtsdezernentin Diana Stolz freut sich über die steigende Geburtenzahl. „Die Anzahl der Kinder im Kreis steigt bereits seit längerem. Das spüren wir auch daran, dass die Nachfrage nach Betreuungsangeboten in allen Altersgruppen weiter steigt“, so Stolz.

Es seien bereits viele neue Betreuungsplätze geschaffen worden. „Dennoch haben wir weiterhin einen hohen Bedarf und hoffen auf weitere Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene für den Kindertagesstättenausbau, die unsere Kommunen beim weiteren Ausbau unterstützen. Hier setze ich mich schon seit längerem ein und das Land hat ja auch erste weitere Fördermittel zugesagt.“

In den vergangenen drei Jahren hat der Kreis Bergstraße aus den beiden Bundesinvestitionsprogrammen 2017-2020 und 2018-2020 insgesamt 20 Anträge mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 8,9 Millionen Euro erhalten und weiterbewilligt. Dies liegt deutlich über dem Hessenschnitt.

Doch es gibt bereits neue Pläne. So stehen derzeit 13 weitere Maßnahmen aus insgesamt neun Bergsträßer Städten und Gemeinden in der Warteschlange für Fördergelder. Rund 12,5 Millionen Euro Förderung werden für die Bauvorhaben benötigt.

Außerdem planen noch weitere Bergsträßer Kommunen Baumaßnahmen, um weitere Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Nach jetzigem Stand wird der Kreis jedoch nur 4,2 Millionen Euro aus dem neuen Landesinvestitionsprogramm „Kinderbetreuung“ 2020-2024 erhalten. Die beiden Bundesinvestitionsprogramme sind bereits deutlich überzeichnet.

„Wir haben richtig Druck im Kessel und brauchen dringend mehr Plätze. Ich freue mich sehr, dass die Städte und Gemeinden diese Herausforderung aktiv angehen“, betont Stolz. „Ich bin dankbar dafür, dass es auf Bundes- und Landesebene diese wichtigen Förderprogramme gibt. Es bedarf aber noch mehr Fördermöglichkeiten, damit der große Bedarf bedient werden kann“.

Gemeinsam wollen sich Landrat Christian Engelhardt und die Erste Kreisbeigeordnete daher dafür einsetzen, dass weitere Förderprogramme entwickelt werden und die Kommunen im Kreis dadurch auch finanzielle Entlastung erfahren. red

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