Bergstraße

Unternehmenskauf Auf dem Großteil des Geländes sollen Wohnungen entstehen / Bier soll auch künftig gebraut werden

Bauen und Brauen – Hopp-Junior kauft Pfungstädter-Gelände

Archivartikel

Pfungstadt.Das Brauereigelände von Pfungstädter hat einen neuen Eigentümer. Daniel Hopp, Manager der Eishockey-Mannschaft Adler Mannheim und Sohn von Dietmar Hopp (SAP-Mitgründer und Mäzen des Fußballbundesligisten Hoffenheim) sowie das Unternehmen Conceptaplan wollen auf dem größten Teil des Geländes Wohnungen bauen.

Der Plan hat einen bekannten Vorläufer. Nach dem gleichen Prinzip haben Vater und Sohn Hopp vor sieben Jahren in Frankfurt das Gelände der Henninger-Brauerei gekauft und den neuen Henninger Turm als Wohnimmobilie errichtet.

Bier soll auf dem Pfungstädter-Gelände aber auch weiterhin gebraut werden. Ein Brauunternehmer aus Pforzheim hat Interesse. Hopp zufolge sollen 90 Prozent des 45 000 Quadratmeter großen Pfungstädter-Grundstücks bebaut werden, 5000 Quadratmeter sind für die Brauerei vorgesehen.

Nach Angaben von Stefan Seibold, Geschäftsführer der Pfungstädter Brauerei, ist der Standort gesichert und die rund 100 Arbeitsplätze können erhalten werden. Um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, befindet sich die Brauerei seit letztem Monat im Schutzschirmverfahren.

Suche nach einem Käufer

Zuvor hatte sich die Suche nach einem Käufer schwierig gestaltet. Die Stadt legte Verhandlungen mit einem Investor im Februar auf Eis, es hatte Zweifel an seiner Seriosität gegeben.

Auch an das Frankfurter Gelände am Henninger Turm kamen Vater und Sohn Hopp über den Kauf einer Brauerei, der Henninger-Bräu. Die Brauerei wurde dann zur Jahrtausendwende geschlossen, die Markenrechte an die zur Oetker-Gruppe gehörende Frankfurter Binding-Brauerei verkauft. Heute ist Henninger in der Radeberger-Gruppe (ebenfalls Oetker) einsortiert.

Das Brauereigrundstück mit dem Henninger Turm blieb in Hopps Besitz. Die Eigentumswohnungen kosteten rund 4000 Euro je Quadratmeter. Sie gewannen später an Wert, etwa durch den Bau der Europäischen Zentralbank, eine S-Bahn-Station vom Henninger-Areal entfernt. Auf dem Areal entstanden zudem 800 weitere Wohnungen.

„Das Konzept von Daniel Hopp hat den Beirat der Pfungstädter Brauerei sofort überzeugt“, sagte Johann-Christoph Kleinschmidt, Vorsitzender des Beirats der Pfungstädter Brauerei. Man werde die Empfehlung an die Gesellschafterversammlung aussprechen, dem zuzustimmen.

So könne auf dem Brauereigelände ein modernes Wohnbauprojekt entwickelt und realisiert werden. Das werde der Innenstadt von Pfungstadt wichtige Impulse geben. Und gleichzeitig erhalte man die die Perspektive, die Pfungstädter Brauerei zu modernisieren und in Pfungstadt weiterhin Bier zu brauen. Der Pforzheimer Bierbrauer Wolfgang Scheidtweiler ist an der Fortführung der Brauerei am Standort interessiert und hat hierfür ein Angebot abgegeben.

„Die Pfungstädter Brauerei ist für ihre Premiumbiere bekannt und hat insbesondere in Südhessen eine starke Marke aufgebaut“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert. Gerade die historischen Brauereigebäude hätten einen besonderen Charme. Er freue sich sehr, dass das Konzept der Investoren um Daniel Hopp eine Erhaltung vorsehe und eine Brauereinutzung zulasse.

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