Bergstraße

Gesundheit Im Kreiskrankenhaus in Heppenheim ist gestern ein neuer medizinischer Bereich übergeben worden / Schnellere Versorgung von Notfallpatienten

Bei Herz und Hirn zählt jede Minute

Bergstraße.Noch stehen die lichtdurchfluteten Zimmer leer. Ab sofort dürfen aber die ersten Patienten nach und nach in den neuen medizinischen Bereich einziehen, der gestern nach einem Jahr Planungszeit und einem Jahr Bauzeit eröffnet wurde. Vor allem Menschen, die unter Brustschmerzen leiden, und Schlaganfallpatienten sollen hier im Kreiskrankenhaus künftig behandelt werden.

Zeitgemäß und freundlich

Die Feier in großer Runde musste coronabedingt zwar ausfallen, mit Mund-Nasenschutz in die noch menschenleeren Flure hineinspitzeln war allerdings erlaubt. Von in die Jahre gekommenen Überbleibseln ist nach der Kernsanierung im Inneren keine Spur mehr zu sehen. Mit den weiß gestrichenen Wänden – hier und da einem farbigen Akzent in dunkelgrün –, den modernen sanitären Anlagen und den – wenn auch noch sehr spärlichen – weißen Möbeln für das Personal wirkt der neue medizinische Bereich in der Klinik im Heppenheimer Westen zeitgemäß und freundlich.

„Die technischen Geräte folgen dann nach und nach“, erklärt Daniel Frische, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses in Heppenheim. „Hier oben im ersten Stock haben wir 16 Plätze – acht in der Stroke Unit und acht in der Chest Pain Unit“, so der Geschäftsführer. Im Erdgeschoss stehen noch einmal 16 Doppelzimmer und ein Einzelzimmer für die Patienten zur Verfügung.

Es kommt auf kurze Wege an

„Gerade bei der Behandlung dieser Patienten sind kurze Wege unerlässlich“, erklärt Frische bei der Besichtigung der neuen Räumlichkeiten. Außerdem soll der neue Bereich zur Entlastung im Hinblick auf zukünftige Bauabschnitte beitragen. Auch Armin Kalenka, der Leitende Ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses, und Rayk Oemus, Leiter der Pflege- und Funktionsbereiche, betonten, wie wichtig es ist schnell handeln zu können – gerade, wenn es um Herz und Hirn geht.

Rund acht Millionen Euro investiert

Über die ökonomischen Fakten klärt Frische auf: „Für die reinen Baukosten sind rund acht Millionen Euro angefallen.“ Mit noch ausstehenden Arbeiten im Außenbereich, die aufgrund coronabedingter allerdings Lieferverzögerungen noch nicht durchgeführt werden konnten, komme die Sanierung des neuen Bereiches auf rund neun Millionen Euro. Bislang seien etwa 45 Millionen Euro in die bereits vorgenommenen Sanierungsmaßnahmen des Krankenhauses geflossen. Insgesamt sei wohl mit mehr als den rund 70 Millionen Euro zu rechnen, die zu Beginn in der Planung angedacht waren, so Frische. „Wir sind den Gesellschaftern für ihre Unterstützung sehr dankbar, genauso wie den Mitarbeitern und Ärzten für ihre Mithilfe.“

„Mit dem Krankenhaus verbinden wir alle etwas anderes. Manche erinnern sich daran, wie sie hier ihr Kind entbunden haben, andere daran, wie sie Verwandte besucht haben, wieder andere denken an ihren Arbeitsplatz. Für uns als Kreis ist es eine wichtige Infrastruktur“, betonte Landrat Christian Engelhardt gestern. Gerade die innere Kardiologie mit den beiden Einheiten für Brustschmerz- und Schlaganfall-Patienten und deren Notversorgung sei ein Aushängeschild des Kreiskrankenhauses.

Direkter Draht zu den Kollegen

„Das Krankenhaus ist ebenso wie die medizinische Entwicklung in stetigem Wandel“, unterstrich der Chef der Bergsträßer Kreisverwaltung. Es dürfe keinen Stillstand geben, auch nicht in puncto Ausbildung von Pflegekräften und Ärzten.

Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Heidelberg, bekräftigte seine Freude über die Eröffnung des neuen Bereiches, aber auch über die „privilegierte Partnerschaft“ zugunsten der Patienten. „Das Kreiskrankenhaus hat zwei entscheidende Alleinstellungsmerkmale: Zum einen den Status als Notfallstandort, zum anderen die Verschränkung mit Heidelberg“, wodurch der ärztliche Nachwuchs gefördert werde, vor allem aber auch der Austausch der Ärzte untereinander, was letztlich den Patienten zugutekomme.

Doch mit dem diesem Bauabschnitt soll noch lange nicht Schluss sein. Mit dem Kreis gebe es Verständigungen über die bauliche und medizinische Entwicklung des Krankenhauses, wie auch die Erste Kreisbeigeordnete, Diana Stolz, bestätigte: „Nähere Infos dazu erhalten sie in den kommenden Wochen.“ Das Kreiskrankenhaus steht unter anderem auf der Tagesordnung der Sitzung des Bergsträßer Haupt- und Finanzausschusses am kommenden Freitag (18.).

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