Bergstraße

Umfrage In Berlin wird über einen FDP-Vorstoß für mehr Sicherheit im Straßenverkehr debattiert / Binnen weniger Stunden 330 Teilnehmer

Bergsträßer für Kopfhörerverbot

Archivartikel

Bergstraße.An der Bergstraße stößt der Vorschlag der Bundes-FDP für ein Kopfhörerverbot für Radfahrer auf Zustimmung. Das jedenfalls ergibt eine Facebook-Umfrage, die gestern auf der Seite des Bergsträßer Anzeigers gestartet ist und bei der bereits über 330 Mal abgestimmt wurde.

80 Prozent der Bergsträßer klickten auf: „Ja, gute Idee“ und die restlichen 20 Prozent der Teilnehmer stimmten dagegen. Unter dem Beitrag wurde heftig diskutiert.

Einige Nutzer halten andere Verbote für bedeutender oder zumindest für genauso wichtig. So schreibt Sylvia Karoglan zum Beispiel: „Wie wäre es mal mit mehr Kontrollen bei Handy am Ohr während der Autofahrt? Neulich sah ich sogar einen Busfahrer, der während der Fahrt das Handy am Ohr hatte. Das geht gar nicht!“

In Frankreich gibt es ein Verbot

Auch BA-Facebook-Abonnentin Katharina Hausmann fragt sich: „Und wann wird das Rauchen, Essen und Trinken beim Autofahren verboten? Das lenkt auch ab. Wie oft beobachte ich, wie sich der Fahrer nach unten bückt oder ständig nach hinten schaut!“ Auch Janine Ackermann, ebenfalls Nutzerin des sozialen Netzwerkes, kommentiert: „Ich dachte immer, das wäre schon längst verboten?“ Das stimmt nicht. Hierzulande ist das Tragen von Kopfhörern auf dem Fahrrad oder im Auto bisher nicht grundsätzlich verboten. Sondern erst dann, wenn der Fahrer dadurch die Umgebungsgeräusche nicht mehr hören kann. In Frankreich hingegen müssen Radfahrer mit einer Strafe zwischen 135 und 375 Euro rechnen, wenn sie mit Kopfhörern im Straßenverkehr erwischt werden.

Erschreckende Zahlen

Nun bringt auch die Politik in Deutschland ein Kopfhörerverbot auf dem Rad ins Spiel. Vor allem die FDP macht sich für ein solches Gesetz stark: „Lautes Musikhören mit Kopfhörern auf dem Fahrrad führt zu verminderter Wahrnehmungsfähigkeit des Straßenverkehrs“, kritisiert der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic. Die aktuelle Bußgeldregelung in Höhe von zehn Euro für das Nichthören von Martinshörnern „dient wohl kaum als Abschreckung“.

Tatsächlich erschreckend sind die Zahlen einer Studie des ADAC: Der zufolge radelt jeder zehnte Jugendliche mit Kopfhörern und Handy. Tendenz steigend. 2017 wurden nach Berechnungen des Wiesbadener Statistischen Bundesamts rund 80 000 Radfahrer bei Unfällen verletzt, 382 starben. Während die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2017 um 13 Prozent gesunken ist, blieb die Zahl der tödlich verunglückten Radler nahezu konstant.

Ronny Rothe bringt noch einen ganz anderen Aspekt in die Diskussion auf Facebook mit ein: „Seit etlichen Jahren fahren schon die Gehörlosen Fahrrad. Soll denen auch das genommen werden?“ Darüber wurde tatsächlich auch in Berlin schon nachgedacht: Der radpolitische Sprecher der Grünen, Stefan Gelbhaar, sagte hierzu: „Ich möchte anmerken, dass die über 300 000 Gehörlosen in Deutschland Fahrradfahren dürfen – und das ist auch richtig so.“

Immer wieder schaltet der Bergsträßer Anzeiger Umfragen auf Facebook, bei denen man ganz einfach teilnehmen und mitdiskutieren kann. Außerdem ist der BA inzwischen auch auf den Social-Media-Plattformen Instagram und Snapchat aktiv. Auch hier gibt es immer wieder Umfragen zu aktuellen und regionalen Themen. ahei

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